Vom Duschen und vom Papst

Bibelfenster zum 28. November 2014

Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt, begleitet von allen Engeln, dann wird er auf seinem Herrscherthron Platz nehmen. Alle Völker der Erde werden vor ihm versammelt werden, und er wird die Menschen in zwei Gruppen teilen, so wie ein Hirt die Schafe von den Böcken trennt. Die Schafe wird er auf seine rechte Seite stellen und die Böcke auf seine linke Seite. Dann wird der König zu denen auf seiner rechten Seite sagen: „Kommt her! Euch hat mein Vater gesegnet. Nehmt Gottes neue Welt in Besitz, die er euch von allem Anfang an zugedacht hat. Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und ihr habt mich bei euch aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir etwas anzuziehen gegeben; ich war krank und ihr habt mich versorgt; ich war im Gefängnis und ihr habt mich besucht.“ Dann werden die, die den Willen Gottes getan haben, fragen: „Herr, wann sahen wir dich jemals hungrig und gaben dir zu essen? Oder durstig und gaben dir zu trinken? Wann kamst du als Fremder zu uns und wir nahmen dich auf, oder nackt und wir gaben dir etwas anzuziehen? Wann warst du krank oder im Gefängnis und wir besuchten dich?“ Dann wird der König antworten: „Ich versichere euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder oder für eine meiner geringsten Schwestern getan habt, das habt ihr für mich getan.“

Bibel 2000, Matthäus 25, 31-40

 

Nicht nach der Häufigkeit meines Gottesdienstbesuches werde ich also am Ende meiner Zeit gefragt, nicht danach, ob ich in Pfarrgemeinderat oder Kirchenvorstand mitgearbeitet habe, sondern ganz schlicht: Wie bist du mit deinen Mitmenschen umgegangen, zumal denen am Rande? Das sitzt und bringt mich zum Nachdenken.

Da kommt mir die „Süddeutsche Zeitung“ von Ende Oktober 2014 mit einer Meldung in die Hände, in der Franziskus einen Kardinal dazu bestimmt hat, Almosen zu verteilen. Und der wird auch sogleich aktiv: „Ein Obdachloser namens Franco erzählte ihm, er feiere an diesem Tag seinen 50. Geburtstag. Der Almosengeber lud ihn daraufhin zum Mittagessen ein. Doch Franco sagte, er könne doch nicht einfach in ein Restaurant gehen, ‚Weil ich stinke.‘ Die beiden landeten dann doch noch beim Chinesen, wo Franco dem Erzbischof sein Problem erzählte. In Rom müsse niemand an Hunger sterben, ein Panino (Brot) finde sich immer. Doch es gebe keine Orte, wo man sich waschen könne.Die Stadt hat kein Geld. Das Evangelium sage jedoch: ‚Heute! Heute müssen wir den Menschen helfen, nicht erst morgen.‘ Also ordnete der Kardinal an, am Petersplatz drei Duschen für jene Menschen einzurichten, die er ‚obdachlose Pilger‘ nennt. Darüber hinaus hat der Kardinal zehn Pfarreien überredet, ebenfalls Duschen für sie einzurichten. ‚Wer zahlt?‘ Und der Kardinal: ‚Der Heilige Vater.'“

Das Bibelfenster

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Da bin ich aber platt. So schnell, so einfach geht das. Und das gibt es auch in manchen Pfarreien bei uns: So z. B. an der kath. Kirche in Ahrensburg bei Hamburg und in Kiel, St. Heinrich. Und möglicherweise auch anderswo.
Wie könnten wir angesichts des heutigen Evangeliums zögern, nach geeigneten Räumen in unseren Gemeinden zu suchen? Das wäre doch eine tolle Aufgabe für PGR und KV gerade zum Start der neuen Legislaturperiode! Und wer zahlt? Die jeweilige Gemeinde mit ihren Mitgliedern natürlich.

Klaus Warning, Pastor in Teilzeit