„Die Bedeutung religiöser und ethischer Bildung in Zeiten der Corona-Pandemie“

Gemeinsame Erklärung der Niedersächsischen Landesregierung, der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen und des Katholischen Büros

Die Schülerinnen und Schüler haben in den vergangenen Monaten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie besondere Erfahrungen gemacht. Kinder und Jugendliche sind kognitiv, emotional und sozial vor große Herausforderungen gestellt. Schulische Bildung nimmt den Bildungsauftrag des Niedersächsischen Schulgesetzes ernst und stellt sich der Aufgabe, über Wissens- und Kompetenzerwerb hinaus einen Raum zu schaffen, der existenzielle Fragen aufnimmt und den Schülerinnen und Schülern Gelegenheit gibt, diese Fragen zu besprechen und persönliche Orientierung zu gewinnen.

Religionsunterricht leistet dazu einen besonderen Beitrag, indem er, anders als jedes andere Fach, religiöse und ethische Grundfragen bearbeitet und Schülerinnen und Schüler dabei unterstützt, existenzielle -Anliegen zu thematisieren, um Orientierung und Resilienz zu gewinnen und nicht anfällig zu werden für irrationale und vereinfachende Erklärungen und Lösungen.

Religionslehrkräfte haben im Umgang mit existentiell bedeutsamen Themen wie Gesundheit und Krankheit, Leben und Sterben hohe Kompetenzen und viel Erfahrung. Sie sind deshalb – häufig auch über den Unterricht hinaus – Ansprechpartnerinnen und -partner, die Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Krisensituationen unterstützen und seelsorglich begleiten können.

Schülerinnen und Schüler haben ein Recht auf religiöse Bildung und der Religionsunterricht hat eine klare verfassungs- und schulrechtliche Grundlage (GG Art. 7 Abs. 3; NSchG § 124ff). Dieses Recht soll auch in Krisenzeiten unter erschwerten schulorganisatorischen Bedingungen gesichert werden. Der Religionsunterricht ist weiterhin als konfessioneller evangelischer und katholischer Religionsunterricht zu erteilen; als konfessionell-kooperativer Religionsunterricht richtet er sich insbesondere an evangelische und katholische Schülerinnen und Schüler gemeinsam und ist zugleich offen für solche anderer Religionen und Weltanschauungen.

In einem Schreiben an das Niedersächsische Kultusministerium vom 10.07.2020 haben die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen und das Katholische Büro Niedersachsen erklärt, dass der Religionsunterricht im laufenden Schuljahr aufgrund der aktuellen pandemischen Krisenlage konfessionell-kooperativ erteilt werden kann, ohne das Einvernehmen mit den Kirchen im Einzelfall herzustellen, um die Schulen bei den besonderen Herausforderungen angesichts der Pandemie zu unterstützen. Auch in diesem Schuljahr ist es aber nicht zulässig, den konfessionellen Religionsunterricht zugunsten eines Werte und Normen Unterrichts für alle Schülerinnen und Schüler auszusetzen.

Das Niedersächsische Kultusministerium, das Katholische Büro und die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen treten dafür ein, Schülerinnen und Schülern auf der Grundlage der geltenden Regelungen weiterhin die Möglichkeit zu geben, ihr Recht auf religiöse Bildung in den niedersächsischen Schulen wahrnehmen zu können.

Bildung

Medienstellen Lingen, Osnabrück und Papenburg

Im Bistum Osnabrück gibt es an drei Standorten Medienstellen/Religionspädagogische Arbeitsstellen: In Lingen, Osnabrück und Papenburg. Diese stellen Interessierten Medien, Materialien und Literatur für die Arbeit in der Gemeinde, im Religionsunterricht und im Kindergarten zur Verfügung. Weiter Infos und Öffnungszeiten gibt es auf der Internetseite: www.medienstelle-osnabrueck.de

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