Bibeltexte für eine Paarsegnung
Für gewöhnlich wird in einer Segensfeier ein Bibeltext gelesen. Hier finden Sie eine Auswahl an Texten – natürlich gibt es noch viele mehr!
Erstes Testament
Die Bibel beginnt mit einem Gedicht über die Entstehung der Welt: In sieben Tagen erschuf Gott Himmel und Erde. Am sechsten Tag erschafft Gott die Menschen – als männlich und weiblich. – In der alten Übersetzung hieß es noch „als Mann und Frau“, aber so eindeutig ist die Zuschreibung im Ursprungstext nicht. Vielmehr werden “Männlich und weiblich” als zwei Pole gedacht, wo es möglicherweise auch ein dazwischen gibt. Gott trägt den Menschen auf, fruchtbar zu sein und segnet sie.
Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Bild, uns ähnlich! Sie sollen walten über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere, die auf der Erde kriechen. Gott erschuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes erschuf er ihn. Männlich und weiblich erschuf er sie. Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch, füllt die Erde und unterwerft sie und waltet über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die auf der Erde kriechen! Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Und siehe, es war sehr gut.
Das Buch Rut erzählt von einer Familiengeschichte vor ca. 2500 Jahren: Die Hebräerin Noomi ist mit ihrem Mann und ihren Söhnen aufgrund einer Hungersnot nach Moab geflohen. Dort sind ihr Mann und die Söhne umgekommen, nur Noomi, Orpa und Rut (die Ehefrauen der beiden Söhne) haben überlebt. Noomi will zurück nach Juda. Orpa will in ihrer Heimat Moab bleiben, Rut entscheidet sich, mit ihrer Schwiegermutter Noomi nach Juda zu gehen und bei ihr zu bleiben – und findet diese eindrucksvollen Worte für ihre Treue – von Frau zu Frau.
In jenen Tagen gab Orpa ihrer Schwiegermutter den Abschiedskuss, während Rut nicht von ihr ließ. Noomi sagte: Du siehst, deine Schwägerin kehrt heim zu ihrem Volk und zu ihrem Gott. Folge ihr doch! Rut antwortete: Dränge mich nicht, dich zu verlassen und umzukehren. Wohin du gehst, dahin gehe auch ich, und wo du bleibst, da bleibe auch ich. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe auch ich, da will ich begraben sein. Der Herr soll mir dies und das antun – nur der Tod wird mich von dir scheiden.
Das Buch Kohelet entstand vermutlich vor ca.2200 Jahren in einem gebildeten, wohlhabenden Milieu aus Judäa. Die Autor:innen setzten sich mit ihrem griechischen Umfeld auseinander. Auch in alten Zeiten wussten Menschen offenbar um den Wert von Partnerschaft und – mit Blick auf die dreifache Schnur – ihre Verankerung in Gott.
Zwei sind besser als einer allein. Denn wenn sie hinfallen, richtet einer den anderen auf. Wenn zwei zusammen schlafen, wärmt einer den andern. Und wenn jemand einen Einzelnen auch überwältigt, zwei sind ihm gewachsen und eine dreifache Schnur reißt nicht so schnell.
Ein Buch voller Liebeslieder im Alten Testament! Hier spricht ein Liebespaar über die Anziehungskraft und das Verliebtsein – in wunderschönen, kraftvollen und erotischen Bildern!
Horch! Mein Geliebter! Sieh da, er kommt. Er springt über die Berge, hüpft über die Hügel. Der Gazelle gleicht mein Geliebter, dem jungen Hirsch. Sieh da, er steht hinter unserer Mauer, er blickt durch die Fenster, späht durch die Gitter. Mein Geliebter hebt an und spricht zu mir: Steh auf, meine Freundin, meine Schöne, so komm doch! Denn vorbei ist der Winter, verrauscht der Regen. Die Blumen erscheinen im Land, die Zeit zum Singen ist da. Die Stimme der Turteltaube ist zu hören in unserem Land. Am Feigenbaum reifen die ersten Früchte, die blühenden Reben duften. Steh auf, meine Freundin, meine Schöne, so komm doch! Meine Taube in den Felsklüften, im Versteck der Klippe, dein Gesicht lass mich sehen, deine Stimme hören! Denn süß ist deine Stimme, lieblich dein Gesicht. Fangt uns die Füchse, die kleinen Füchse! Sie verwüsten die Weinberge, unsre blühenden Weinberge. Mein Geliebter ist mein und ich bin sein; er weidet in den Lilien. Wenn der Tag verweht und die Schatten fliehen, wende dich, mein Geliebter, der Gazelle gleich oder dem jungen Hirsch auf den Betarbergen.
Ein Buch voller Liebeslieder im Alten Testament! Hier spricht ein Liebespaar über die Anziehungskraft und das Verliebtsein – in wunderschönen, kraftvollen und erotischen Bildern!
Wer ist sie, die aus der Wüste heraufsteigt, auf ihren Geliebten gestützt? Unter dem Apfelbaum habe ich dich geweckt, dort, wo deine Mutter dich empfing, wo deine Gebärerin in Wehen lag. Leg mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm, denn stark wie der Tod ist die Liebe, die Leidenschaft ist hart wie die Unterwelt! Ihre Gluten sind Feuergluten, gewaltige Flammen.
Zweites Testament
In der Bergpredigt ist die zentrale Botschaft von Jesus zusammengefasst. Sie wird eröffnet mit den Seligpreisungen: Jesus zeichnet eine Vision davon, wie die Welt sein könnte, wenn Menschen sich von der Liebe leiten lassen.
In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie. Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und
dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein.
Zwei Gleichnisse, mit denen Jesus dazu einlädt, seine Begabungen und Talente zu nutzen und sich einzubringen.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Das wichtigste Gebot für die Menschen: Gott lieben, die Menschen lieben, sich selbst lieben.
Einer der Pharisäer, ein Gesetzeslehrer, wollte Jesus auf die Probe stellen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.
Eine Zusage Jesu darüber, wie Gott für die Menschen sorgt
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Das Leben ist wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung. Seht auf die Raben: Sie säen nicht und ernten nicht, sie haben keinen Speicher und keine Scheune; denn Gott ernährt sie. Wieviel mehr seid ihr wert als die Vögel! Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern? Wenn ihr nicht einmal etwas so Geringes könnt, warum macht ihr euch dann Sorgen um all das übrige? Seht euch die Lilien an: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wieviel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen! Darum fragt nicht, was ihr essen und was ihr trinken sollt, und ängstigt euch nicht! Denn um all das geht es den Heiden in der Welt. Euer Vater weiß, dass ihr das braucht. Euch jedoch muss es um sein Reich gehen; dann wird euch das andere dazugegeben.
Das Gebot Jesu: Bleib in der Liebe!
Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird. Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe.
Paulus schreibt einen Brief an die Gemeinde in Rom, die er gegründet hat. Seine Kernbotschaft: Nichts kann uns trennen von der Lieben Christi.
Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns? Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer kann die Auserwählten Gottes anklagen? Gott ist es, der gerecht macht. Wer kann sie verurteilen? Christus Jesus, der gestorben ist, mehr noch: der auferweckt worden ist, sitzt zur Rechten Gottes und tritt für uns ein. Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert? All das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.
Dieser Text aus dem Brief von Paulus an die Gemeinde Korinth ist einer der bekanntesten Texte über die Liebe.
Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete,
hätte aber die Liebe nicht,
wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.
Und wenn ich prophetisch reden könnte
und alle Geheimnisse wüsste
und alle Erkenntnis hätte;
wenn ich alle Glaubenskraft besäße
und Berge damit versetzen könnte,
hätte aber die Liebe nicht,
wäre ich nichts.
Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte
und wenn ich meinen Leib opferte,
um mich zu rühmen,
hätte aber die Liebe nicht,
nützte es mir nichts.
Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig.
Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht,
sie bläht sich nicht auf.
Sie handelt nicht ungehörig,
sucht nicht ihren Vorteil,
lässt sich nicht zum Zorn reizen,
trägt das Böse nicht nach.
Sie freut sich nicht über das Unrecht,
sondern freut sich an der Wahrheit.
Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.
Die Liebe hört niemals auf.
Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;
doch am größten unter ihnen ist die Liebe.
Im Brief an die Kolosser erinnert Paulus die Gemeinde daran, dass sie sich immer neu um die Liebe sorgen sollen.
Bekleidet euch also, als Erwählte Gottes, Heilige und Geliebte, mit innigem Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Geduld! Ertragt einander und vergebt einander, wenn einer dem anderen etwas vorzuwerfen hat! Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! Vor allem bekleidet euch mit der Liebe, die das Band der Vollkommenheit ist! Und der Friede Christi triumphiere in euren Herzen. Dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes. Seid dankbar!
Gott ist die Liebe – so deutlich wird der Verfasser des1. Johannesbriefes. Er schreibt für eine Gemeinde, die unter Druck steht und in großen Konflikten steckt. Es gilt, die Liebe als Maßstab zu nehmen.
Wir wollen einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott, und jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt Gott. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist die Liebe. Die Liebe Gottes wurde unter uns dadurch offenbart, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben. Nicht darin besteht die Liebe, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat. Liebe Brüder, wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben. Niemand hat Gott je geschaut; wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollendet.
Gott ist die Liebe – so deutlich wird der Verfasser des1. Johannesbriefes. Er schreibt für eine Gemeinde, die unter Druck steht und in großen Konflikten steckt. Es gilt, die Liebe als Maßstab zu nehmen.
Wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. Darin ist unter uns die Liebe vollendet.