Das neue Testament als jüdische Schrift gelesen – Prof. Dr. Christian Rutishauser SJ
Für einen gelingenden Dialog ist die Bereitschaft und Fähigkeit, Perspektiven der Dialogpartner:innen wahrzunehmen und zumindest probeweise zu übernehmen, eine notwendige Voraussetzung. Zum jüdisch-christlichen Dialog gehört es daher, nicht nur das Alte Testament im Dialog mit Juden zu lesen. Es gilt auch zu begreifen, dass die einzelnen Schriften im Neuen Testament jüdisch-messianische Schriften ihrer Zeit sind, die erst durch die Kanonisierung zu einem christlichen Text werden. Sie sind Literatur mit der Intention, Juden wie Nicht-Juden davon zu überzeugen, dass Jesus von Nazareth der erhoffte Messias ist und zeugen somit von unterschiedlichen, innerjüdischen Auseinandersetzungen. Christlicher Antijudaismus darf nicht in sie hineinprojiziert werden. Es gilt vielmehr, sie vertieft zu verstehen.
Vortragender
Prof. Dr. Christian Rutishauser SJ ist Professor für Judaistik und Theologie und Leiter des Instituts für Jüdisch-Christliche Forschung an der Universität Luzern. Für sein wissenschaftliches Werk und seine führende Rolle im christlich-jüdischen Dialog in verschiedenen Ländern Europas und für die Weltkirche wurde er im März 2026 vom Deutschen Koordinierungsrat mit der Buber-Rosenzweig-Medaille geehrt.
Ort
Schlossaula der Universität, Neuer Graben 29, Osnabrück
Eintritt frei, Zugang barrierefrei