Chrisam-Messe und Tag der Priester und Diakone
Im Osnabrücker Dom weihte Bischof Dominicus Meier OSB bei der „Chrisam-Messe“ wieder die „Heiligen Öle“. Diese werden für die Spendung der Sakramente, wie Taufe, Firmung oder der Krankensalbung das Jahr über im Bistum verwendet.
In seiner Predigt während des Gottesdienstes nahm Domkapitular Dirk Meyer Bezug auf das Olivenöl, Grundstoff der Heiligen Öle. Dieses sei seit jeher als köstliche Kostbarkeit gesehen worden. Indem in den unterschiedlichen Gottesdiensten Menschen mit diesen Ölen gesalbt werden, spreche man ihnen einen hohen Wert zu: „Das ist der Dienst der Kirche: den Menschen ihre Kostbarkeit zuzusprechen und die Köstlichkeit des Glaubens schmackhaft zu machen.“ Dabei habe die Kirche ihre Kraft nicht aus sich selbst: „Die Früchte, die die Kirche in den Sakramenten zum Verkosten bietet, sind erwachsen aus der Liebe Gottes, so wie die Oliven eines Ölbaumes die Energie der Sonne gespeichert haben“, so Dirk Meyer. Salbung mit Öl sei Gnade. „Gottes Geschenk an den Gesalbten zu seiner Würde, zur Übernahme von Verantwortung und zum Schutz vor aller Anfechtung“.

Vor der Chrisam-Messe fand der „Tag der Priester und Diakone“ statt. In seinem Impuls sprach Bischof Dominicus Meier OSB über das Thema: „Christsein in Zeiten der Veränderung – ohne Gemeinde? – Ein Blick in das paulinische Verständnis die Gemeindebildung.“
Paulus entwerfe in seinen Briefen eine Vorstellung vom Christsein und einem Leben in einer Christus-Gemeinde nicht von hierarchischen Strukturen oder von einem Leitungsamt her, so Bischof Dominicus, sondern von den Fähigkeiten und Funktionen der einzelnen Gemeindemitglieder im Blick auf das Ganze.
„Gemeindebildung nach Paulus fokussiert sich auf die Gemeinde als Gottes Bauwerk (…): Jesus Christus ist das einzige Fundament und die Aufgabe der Seelsorgenden und der Gläubigen ist es, darauf aufzubauen.“
„Wer neuen Mut für das Leben unserer Gemeinden und Pfarreiengemeinschaften als Herzensanliegen betrachtet, wird nicht nur seine Kraft und seine Arbeit für die Gemeinden einsetzen, er wird die Talente oder, wie Paulus sagt, die Charismen in der Gemeinde neu wahrnehmen und schätzen lernen müssen“, so Bischof Dominicus.

Die Rolle der Seelsorgenden in diesem Prozess sei, die Mitglieder als „lebendige Steine“ in der Gemeinde zu befähigen, damit sie selbst in den Dienst Gottes treten und durch Gottes Dienst an der Gemeinde wachsen.
Das heiße auch: „Wir dürfen im Umgang mit den Grenzen unserer Kräfte und den Grenzen unserer Gemeinden nicht den vergessen, der der eigentliche Baumeister ist. Keine Gemeinde ist gezwungen, alles zu können. Keine wird auf ihr Misslingen festgelegt. Wir scheitern nicht an unseren geringen Kräften. Eine Gemeinde, die nicht alle Aufgaben erfüllen kann, hört nicht auf, Gemeinde Jesu Christi zu sein“, so Bischof Dominicus.