Die Wallfahrt nach Clemenswerth

Schloss Clemenswerth Sögel
Bild: Hermann Haarmann

Kein Wallfahrtsort im eigentlichen Sinne ist die von vielen Pilgern besuchte Schlossanlage Clemenswerth bei Sögel im Hümmling. Und trotzdem kommen die Menschen bei der Wallfahrt an Mariä Himmelfahrt in Scharen.

Wohin?

Zur Clemenswerther Schlosskirche

Wann?

Immer an Mariä Himmelfahrt (am 15. August) bzw. am Sonntag danach – 2018 am 19. August. Der Festgottesdienst auf dem Clemenswerther Schlossgelände beginnt um 10 Uhr. Es zelebriert und predigt Weihbischof Johannes Wübbe.

Wie viele?

Mehrere Tausend

Ablauf der Wallfahrt:

Die Wallfahrt beginnt auf Clemenswerth mit einem Pontifikalamt im Freien. Danach setzt im Schatten der Sögeler Pfarrkirche das bunte Kirmestreiben ein. Seit einigen Jahren laufen die Pilger und Besucher als Wallfahrt nach Clemenswerth auch den Hümmlinger Pilgerweg.

Wallfahrtsgottesdienst Clemenswerth, Bild: Willy Rave
Wallfahrtsmesse vor der Kulisse von Schloss Clemenswerth (Bild: Willy Rave)

Geschichte der Wallfahrt:

Das Jagdschloss, 1737 bis 1747 für Kurfürst Clemens August von Bayern errichtet, steht inmitten eines Kreises von acht Pavillons, einer davon beherbergt die Schlosskapelle. Strahlenförmig führen von hier acht Schneisen durch den das Schloss umgebenden Wald. Die Entwürfe stammten von dem westfälischen Baumeister Johann Conrad Schlaun.

Die nördlichste Rokoko-Kapelle Bayerns, wie die Clemenswerther Schlosskirche wegen ihres Farben- und Formenreichtums oft genannt wird, zählt mit ihren Wandmalereien, Stukkaturen und dem großen Deckjenfresko, mit Hochaltar, Kanzel und Fürstenloge zu den bedeutendsten Raumschöpfungen J.C. Schlauns. Der fromme kurfürstliche Stifter berief 1741 den Kapuzinerorden an diesen Ort, der von hier aus auch heute noch für die Seelsorge im nördlichen Emsland tätig ist.

Der bis heute feierlich gestaltete Prozessions- und Gebetstag erwuchs aus einem freien Markt, den der Kölner Erzbischof Clemens August dem Ort am Fest Mariae Himmelfahrt und dessen Oktav gewährte. Die Verleihung eines vollkommenen Ablasses durch Papst Pius VI. am 30. Mai 1783 für alle Gläubigen, die an diesen Tagen die am 15. August 1741 geweihte und den Kapuzinern übergebene Kirche von Clemenswerth besuchen, begünstigte die Wallfahrt. An der Wiederbelebung dieser Wallfahrt im 20. Jahrhundert hatte Bischof Wilhelm Berning erheblichen Anteil.