Gemeinsam für die Schöpfung

Hände halten Weltkugel
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Gemeinsam geht viel mehr als man denkt, das hat Holger Berentzen schon des Öfteren erlebt. Das gilt auch beim Einsatz für Umwelt- und Klimaschutz – „Für die Schöpfung“, wie er sagt: „Benutzen wir doch das schöne Wort Schöpfung, das wir Christen dafür haben!“

Berentzen, der mit halber Stelle in der Stadtpastoral in Lingen arbeitet und mit der übrigen Stundenzahl als Referent im Dekanat Emsland-Süd, setzt sich unter anderem für mehr Artenvielfalt auf dem neuen Friedhof in Lingen ein. Dort wurden Stauden angepflanzt, die verschiedene Insekten anlocken. „Das haben wir nur geschafft, weil wir das vernetzt machen“, sagt Holger Berentzen: mit dabei sind der Naturschutzbund (Nabu) und die Friedhofskommission.

Holger Berentzen
Holger Berentzen Bild: privat

Der 55-jährige Berentzen ist ein großer Freund von Vernetzungen. Ein anderes Beispiel ist das Lingener Projekt gegen Lebensmittelverschwendung, hier wurde einem Kreis junger Leute, die sich als Lebensmittelretter im „Foodsharing“  engagieren, ermöglicht, an zentraler Stelle einen weiteren Stand aufzubauen. Der erste befindet sich auf dem Campus der Universität Lingen. Eine weitere Station mit Regal und Kühlschrank steht seit einem Jahr auf dem Gelände des Pfarrzentrums Bonifatius. Berentzen kann von seinem Büro aus sehen, dass der „Fairteiler“ gut angenommen wird. „Manche legen etwas hinein, andere nehmen etwas heraus.“ Eine ältere Dame schaute dort nach Süßigkeiten für die Enkel, ein Gartenbesitzer spendete Birnen, eine Frau, die umzog, brachte die Lebensmittel aus ihrem Kühlschrank vorbei. Darüber hinaus hat sich der Platz zu einem Kommunikationsort entwickelt. Die Menschen kommen miteinander ins Gespräch.

Weitere Infos

Holger Berentzen engagiert sich außerdem für den fairen Handel. Er ist Mitglied in der Steuerungsgruppe „fairer Handel“ der Stadt Lingen und sorgt in diesem Ehrenamt dafür, dass sich das Engagement nicht auf den Ausschank von fair gehandeltem Tee und Kaffee beschränkt. Demnächst wird es eine Veranstaltung zur fairen Beschaffung geben. Dabei geht es darum, wie beispielsweise fair gehandelte Berufsbekleidung eingekauft werden kann oder fair hergestellte Bettwäsche für die Krankenhäuser oder Handtücher für Seniorenheime. Mit dem Mythos, dass faire Produkte immer teurer sind, will Berentzen aufräumen. Die Mitarbeiter im Bauhof Lingen zum Beispiel tragen bereits faire Berufskleidung. Eine weitere Errungenschaft ist der „Fairomat“: ein Snack-Automat im Rathaus Lingen, der mit Süßigkeiten und Pausensnacks befüllt wird, deren Schokolade oder Nüsse aus fairer Produktion stammen.

Für sich privat hat Berentzen fair gehandelte Sportbälle entdeckt und gleich welche für die Handball spielenden Teenagertöchter besorgt. Er achtet darauf, bei Fernreisen mit der Bahn zu fahren, Lebensmittel werden bei ihm Zuhause nicht weggeworfen und er hat einen Hosenanbieter entdeckt, der Öko-Jeans verkauft, die zum Beispiel mit viel weniger Wasserverbrauch hergestellt werden. Kleine Schritte, ja, aber trotzdem wichtig, meint er: „Wir selbst können allein nicht die Welt retten, aber jeder kann seinen Teil dazu beitragen.“