Bistumshaushalt 2026: „Sich verändern, um präsent zu bleiben“

Grafik Finanzen Bistum Osnabrück

Bistum Osnabrück stellt Haushalt 2026 vor und gibt Einblick in den Stand des Transformationsprozesses

Die Kirche bleibt vor Ort, wenn auch in sich wandelnden Formen. Das erklärte der Generalvikar des Bistums Osnabrück, Ulrich Beckwermert, bei der Vorstellung des Bistumshaushaltes 2026: „Nicht alle personalen Angebote und Gebäude werden wir halten und auf Dauer finanzieren können. Das wird sich verändern“, so der Generalvikar. Das Bistum sei hier offen für andere Ideen: „Vielleicht entwickeln sich ganz neue Formen der Zusammenarbeit über die katholischen Gemeinden hinaus. Können kirchliche Gebäude nicht auch von Kommunen genutzt werden, oder umgekehrt?“

Um Veränderungen zu gestalten, brauche es engagierte Menschen, geeignete Verfahren und auch finanzielle Ressourcen, so Ulrich Beckwermert. Er dankte deshalb allen Mitgliedern der Kirche, die durch Kirchensteuern und Zuwendungen mithelfen, dass soziale Einrichtungen, seelsorgliche Angebote, Kindertagesstätten, gemeinschaftsstiftende Erlebnisse und vieles mehr von Kirche angeboten und unterstützt werden können. „Da wollen wir bleiben“, so Ulrich Beckwermert.

Kitas ein Teil des Transformationsprozesses „verändert bleiben“

Bruno Krenzel, der Bevollmächtigte des Generalvikars, warf bei der Vorstellung des Haushaltes einen Blick auf den Transformationsprozess „verändert bleiben“. Mit diesem richtet sich das Bistum angesichts sinkender Kirchenmitgliedszahlen und sich verändernder Bedürfnisse der Kirchenmitglieder inhaltlich-strategisch auf die Zukunft aus. Insbesondere nahm Bruno Krenzel die Kitas in katholischer Trägerschaft in den Blick. Bis 2040 ist eine Senkung der Zuschüsse um 30 Prozent geplant, ausgehend von den Zahlen von 2023.

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„Diese Einschnitte sollen Kinder, Beschäftigte und Eltern möglichst nicht spüren“, so Krenzel. Durch die Einführung regionaler Verbände, der „Katholischen Kirchengemeindeverband Kindertagesstätten“ (KKVK) werde Geld in der Verwaltung gespart. Parallel suchte das Bistum den Dialog mit den Kommunen, um eine ausreichende Refinanzierung der Kitas sicherzustellen. Die Gespräche seien partnerschaftlich verlaufen, da beiden Seiten die Bedeutung der frühkindlichen Bildung am Herzen liege. In den meisten Fällen haben sich Lösungen gefunden, die der gemeinsamen Verantwortung entsprechen, so Bruno Krenzel.

Bistum legt für 2026 einen ausgeglichenen Haushalt vor

Das Bistum Osnabrück kann für das Jahr 2026 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Gründe dafür seien eine positive Erwartung der Kirchensteuereinnahmen und erste Erfolge der Konsolidierungsbestrebungen, so Finanzdirektorin Astrid Kreil-Sauer. Durch ein konsequentes Weiterverfolgen des Transformationsprozesses werden nachhaltig wirksame und gemeinsam getragene Lösungen für die anstehenden Fragen gefunden. „Auf diese Weise führen wir das Bistum in eine wirtschaftlich und finanziell stabile Zukunft“, so Astrid Kreil-Sauer. „Damit werden auch in Zukunft pastorale Angebote ermöglicht.“

Das Bistum Osnabrück plant für das Jahr 2026 in seinem Haushalt mit Einnahmen und Ausgaben von etwas mehr als 211 Millionen Euro. Gegenüber dem Jahresabschluss 2024 ist dies ein Rückgang um 7,7 Millionen Euro, oder 3,6 Prozent. Das Jahr 2024 schließt mit einem Ergebnis von plus 54.000 Euro ab.

Die Kirchensteuer macht auch für den Haushalt 2026 den größten Anteil auf der Einnahmenseite aus: 85 Prozent, also 178,5 Millionen Euro, stammen aus dieser Quelle. Der größte Ausgabenposten ist mit 67 Millionen Euro die Zuweisungen an die Kirchengemeinden. Diese umfassen neben den Zuweisungen für laufende Ausgaben und Zuweisungen für Investitionen insbesondere auch die Personalaufwendungen für das pastorale Personal. Das Bistum Osnabrück gibt außerdem für Soziale Dienste 33 Millionen Euro sowie für den Bereich Bildung, Kunst, Medien 34,1 Millionen Euro aus.

Wer nicht liebhat, der kennt Gott nicht; denn Gott ist Liebe.

1. Johannes 4,8
Blumen, pink