Magische Tiere
Ich erinnere mich noch, wie wir auf dem Parkplatz nahe des Tecklenburger Kurparks warteten: Meine Freunde etwas skeptisch angesichts dieses seltsamen Ausflugs, ich voller Vorfreude. Bald bog mein Geburtstagsgeschenk in einem großen Transporter um die Ecke. Als vier plüschige Alpakas von ihren Tierpflegern herausgeführt wurden und wir uns mit ihnen auf eine Wanderung begaben, war das Eis schnell gebrochen. Es folgten zwei unvergessliche Stunden.
Alpakas schreibt man die Fähigkeit zu, auf den Menschen Ruhe und Gelassenheit zu übertragen. Daneben gibt es viele weitere Tiere mit besonderen Eigenschaften: Pferde, die im therapeutischen Reiten eingesetzt werden oder Hunde mit guten Spürnasen als hervorragende Helfer bei der Bergung von Erdbebenopfern und als Begleiter sehbeeinträchtigter Menschen. So weiß auch jeder Haustierbesitzer um die wohltuende Wirkung seines Vierbeiners im manchmal fordernden Alltag.
Über die Autorin
Melanie Jacobi arbeitet als katechetische Lehrkraft an einer Osnabrücker Gesamtschule. Dort ist sie für den Religionsunterricht und weitere pastorale Projekte zuständig. Sie liebt es, zu schreiben und kreativ zu sein.
Der Oktober ist der Gedenkmonat des Heiligen Franz von Assisi. Er bezeichnete Tiere als Brüder und Schwestern, als Teil der göttlichen Familie. In ihnen, so Franziskus, scheint Gott hindurch, wie in allen Bestandteilen der Schöpfung. Er sprach mit den Tieren und wurde der Legende nach mit besonderer Zutraulichkeit belohnt. Die Erinnerung an ihn wird vielfach aufgegriffen, sei es am Welttierschutztag oder durch Tiersegnungen in einigen Kirchengemeinden.
Im Gedenken kann auch ein Auftrag für uns als Christen heute liegen: Im Sinne des Heiligen Franz von Assisi können wir uns einsetzen für Naturschutz, Artenvielfalt und Tierwohl. Wir können bewusster Fleisch konsumieren, auf angemessene Haltung achten oder aufmerksam werden für Projekte wie zum Beispiel die in diesem Jahr neu gegründete Tiertafel in Osnabrück.
In wenigen Wochen erzählt die biblische Weihnachtsgeschichte ebenfalls von der Bedeutung der Tiere: Ein Esel bringt die schwangere Maria an ihr Ziel; in den Krippendarstellung dürfen er und der wärmespendene Ochse nicht fehlen. Sie sind Zeugen der Magie dieser Heiligen Nacht.
Und auch heutzutage fordern sie im Sinne von Franziskus unsere Beachtung: die kleinen Fellnasen mit geradezu magischer Wirkung.