Urlaub – mal katholisch

Sommerurlaub

In der Bibel taucht der Begriff „Urlaub“ nur ein einziges Mal auf: „Es gibt keinen Menschen, der Macht hat über den Wind, so dass er den Wind einschließen könnte. Es gibt keine Macht über den Sterbetag. Es gibt im Krieg keinen Urlaub. Selbst ein Gesetzesbruch kann die Gesetzesbrecher nicht retten.“ (Prediger 8,8)
Keine Ferien für Abraham und Mose und auch Jesus ging wohl nicht in den Urlaub – aber er zog sich immer wieder zurück um allein zu sein, nachzudenken und zu beten. Und er ermahnte auch seine Jünger, sich auszuruhen, um neue Kraft schöpfen zu können. Selbst Gott hat am siebten Tage geruht und eins ist klar: Freizeit, Ferienzeit, Faulenzzeit ist wichtig für uns – für den Körper und die Seele. Urlaub muss sein! Wie das am besten im christlichen Sinne geschieht? Wir hätten da ein paar Tipps – zu lesen mit einem sommerlichen Augenzwinkern…

Abtauchen, Bild: medienREHvier.de, Helga Brunsmann
Perfekter Plan für den Urlaub: einfach mal abtauchen (Bild: medienREHvier.de, Helga Brunsmann)

Für katholische Naturliebhaber:
Pilgern geht als Katholik immer. Der Favorit: der Jakobsweg. Seit 1993 ist der Weg zum Grab des Apostels Jakobus UNESCO-Welterbe. Zählte der Weg 1970 noch 68 Pilger, waren es 2010 über 270.000. Auch die Kreuzfahrer ins Heilige Land galten übrigens als Pilger. Heutige pilgernde Urlauber aber aufgepasst: Schwert, Lanze und Ähnliches unbedingt daheim lassen. Die Zeiten sind auch für Katholiken vorbei.
Für den suchenden Katholiken:
Immer beliebter: Urlaubstage im Kloster. Fernab der lauten Welt finden viele Menschen hier die nötige Ruhe und Tiefe, um Kraft für den Alltag zu tanken und Gottes Nähe wieder zu spüren. Manches Kloster nimmt es da schon mit Vier-Sterne Hotels auf: Das Angebot reicht von der Aroma-Massage über die Morgen-Laudes um 3 Uhr bis zum Yoga-Kurs. Der ist dann aber nachmittags.
Für den aktiven Katholiken:
Ist natürlich die katholische Ferienfreizeit ein Muss. Klassisch mit Lagerfeuer und Luftmatratze im Zeltlager oder die luxuriösere Variante auf der Hütte mit Etagenbetten und fließend Warmwasser oder ganz hipp beim Segeltrip in Holland. Wichtig für jeden Freizeiten-Urlauber, ob groß oder klein: unbedingt noch einen Urlaubstag danach mit einplanen, um ziemlich wahrscheinliche Schlafdefizite auszugleichen.

Menschen am Deich, Bild: medienREHvier.de, Helga Brunsmann
Auch Urlaub: einfach mal gar nichts tun (Bild: medienREHvier.de, Helga Brunsmann)

Für katholische Kulturliebhaber:
Ein Katholik macht nie etwas verkehrt, wenn er einen Kultururlaub macht, der ihn in religionsgeschichtlich bedeutende Städte führt. Davon hat die katholische Kirche bekanntlich reichlich. Es muss auch nicht zwangsläufig Rom sein. Rottenburg oder Ravenna sind auch schön. Sowieso: Rom im Sommer ist zu heiß. Auf alte Spuren der Kirche stößt man in Europa allerorten. Und was gibt es Schöneres, als nach langem Spaziergang in einer Kirche die Ruhe zu genießen und den Beinen verdiente Erholung zu spenden?
Für die katholische Familie:
Nicht nur die Kirche hält das Ideal der Familie hoch, auch im Urlaub wird das – vielerorts mehr oder weniger erfolgreich – praktiziert. Das Schöne am Urlaub ist ja, dass man Zeit für die Lieben hat. Verreist man als Familie, sollte natürlich auch auf die Umweltverträglichkeit geachtet werden. Bei einem Nordseeurlaub über 14 Tage in einer Ferienwohnung „produziert“ eine Person circa 258 Kilogramm Kohlendioxid. Durchaus klimafreundlich. Im Vergleich: Bei zwei Wochen Mexiko all-inclusive sind das schlappe 7218 Kilogramm. Also eher: hiergeblieben. Auch in Deutschland soll ja ab und zu die Sonne scheinen. Wird jedenfalls gemunkelt.

Bischof Franz-Josef Bode verbringt seinen Sommerurlaub 2013 übrigens auf Föhr: „Ich hoffe, dass ich schwimmen und walken kann. Wichtig für mich ist, Ruhe und Abstand zu gewinnen – vor allem durch ausschlafen, lesen und gutes Miteinander.“
Wo immer Sie in der Ferienzeit auch sind – das Bistum Osnabrück wünschen gute Erholung und einen tollen Sommer! Und für die, die noch nichts vor haben, gibt es unten noch einige Tipps!

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