Und hat unter uns gewohnt …*

Krippe auf Spiekeroog
Die Krippe auf Spiekeroog Bild: Gabriele und Bernhard Janich

Diese ungewöhnliche und originelle Krippe ist in den weihnachtlichen Tagen in der Kirche St. Peter auf Spiekeroog zu sehen. Und dazu gibt es eine ganz eigene Geschichte, die das Pfarrteam der Gemeinde erzählt:

„Gibt es wirklich keine Krippe in St. Peter?“, wunderte sich der zur Weihnachtszeit angereiste Kurpastor, dessen Namen leider niemand mehr mit Sicherheit nennen kann. „Weihnachten ohne die Heilige Familie, das geht doch nicht!“ Und noch am selben Abend gestaltete er mit dem, was der Keller bot, drei kleine Figuren aus Wellpappe und Draht. Maria und Josef, gehüllt in lange, einfache Umhänge, dazu das Kind in einer gebogenen Schale liegend. Schlicht, einfach und doch so wirkungsvoll und ausdrucksstark.

Seit gut dreißig Jahren wird diese Krippe jedes Jahr neu in eine aktuell gestaltete Landschaft hineingestellt – und lädt dazu ein, gerade durch ihre Einfachheit das Geheimnis von Weihnachten für das eigene Leben zu entdecken.

Und deshalb fasziniert mich diese Krippe! Gott kommt in dem, was wir haben, zur Welt. Es braucht keine Goldverzierungen, keinen Palast, keinen festlichen geschmückten Rahmen, nicht Glanz und Gloria, sondern einfach nur unseren ganz normalen Alltag. Es gibt keine Vorbedingungen oder Erwartungen, kein „du musst doch …“ oder „du sollst aber …“ – Gott wird ganz einfach Mensch!

Über die Autorin

Andrea Schwarz ist Schriftstellerin, war lange Jahre pastorale Mitarbeiterin im Bistum Osnabrück und lebt im Emsland. Sie ist eine genaue und sensible Beobachterin ihrer Umwelt und der Menschen, denen sie begegnet. In ihren Texten versucht sie, Gott mitten im Alltag zu entdecken und Lust aufs Leben zu machen – nun erstmals auch in Form von Blogbeiträgen!

Am Weihnachtsfest feiern wir das – leben aber dürfen wir das in unserem Alltag, jeden Tag neu, mit dem, was wir haben, in dem, was wir sind.

In dem Sinn – frohes und gesegnetes Fest – und 365 weihnachtliche Tage im neuen Jahr!

*Johannes 1,14

2 Kommentare zu “Und hat unter uns gewohnt …*”

  1. Liebe Andrea Schwarz,
    sind Sie noch hier unterwegs?
    Ich möchte Ihnen gern mitteilen, wie sehr mich Ihr „Bunter Faden Zärtlichkeit“ immer noch berührt, wenn ich ihn wiedermal lese! Er katapultiert mich in mein junges Erwachsenenalter zurück und ich bin sofort wieder dort, verliebt und einsam. Und Sie haben mir damit Mut gemacht zum selber schreiben 🙂 Danke!! Alles Liebe und Gute, Ursula B. Penharvel

    1. Liebe Ursula Penharvel,
      die Moderatoren der Homepage achten darauf, dass solche Meldungen wie Ihre nicht verloren gehen, sondern mich tatsächlich erreichen!
      Herzlichen Dank für Ihre liebe Nachricht, über die ich mich sehr gefreut habe! Und wenn Sie durch den „Bunten Faden“ zum Schreiben ermutigt wurden – wie schön ist das denn! Ich finde das Schreiben ein wertvolles Mittel, um Ein-drücke zum Aus-druck zu bringen und dadurch zu verarbeiten. Und genau dadurch wird das Leben bunt und vielfältig!
      Dshalb – Ihnen viel Mut und Lust am Schreiben – und viel Farbe im Leben!
      Mit freundlichen Grüßen, Andrea Schwarz

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Auch wenn ich gehe im finsteren Tal, ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab, sie trösten mich.

Psalm 23,4

Schafe, Herde, Nebel