Verändert bleiben – Wir gestalten vielfältige Pastoral

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Bild: unsplash.com, Yulia Matvienko

Experimentell, innovativ und weltoffen sind wahrscheinlich nicht die ersten Eigenschaften, mit denen man katholische Kirche beschreiben würde. Passen sie vielleicht trotzdem? Auf jeden Fall wird im dritten Orientierungspunkt für eine künftige Kirche im Bistum Osnabrück zu Experimenten aufgerufen! Hier schreibt Bischof Dominicus über den Wert neuer Ideen und den Blick über den Tellerrand:

Der dritte Orientierungspunkt lautet: „Wir gestalten vielfältige Pastoral“. Auf den ersten Blick klingt diese Überschrift schlicht. Welche Dynamik sie in sich trägt, macht der erste weiterführende Satz deutlich: „Wir experimentieren, fördern neue Ideen und lassen uns von der Weltkirche inspirieren.“

Bischof Dominicus

Manche reiben sich etwas erstaunt die Augen: „Katholische Kirche und experimentieren? Passt das zusammen?“
Andere erschrecken: „Kommt jetzt ein wildes Durcheinander, machen jetzt alle, was sie wollen?“

Wenn ich die Bibel aufschlage, dann begegnet mir das Kernanliegen dieses Orientierungspunktes an vielen Stellen, sowohl im Alten als auch im Neuen Testament. Ganz besonders spüre ich das bei den Christinnen und Christen der ersten Generationen: Sie hatten eine umwälzende neue Botschaft zu verkünden. In der Gedankenwelt ihrer Zuhörerinnen und Zuhörer kam die Vorstellung eines bedingungslos liebenden Gottes, der den Tod eines Schwerverbrechers stirbt und der dann von den Toten aufersteht, um alle Menschen zu retten, bisher schlicht nicht vor. Die junge Gemeinde hatte keine Möglichkeit, auf bestehende Strukturen und pastorale Konzepte zurückzugreifen.

Orientierungspunkt zukünftige Kirche im Bistum Osnabrück

In der jungen Kirche hat es viele verschiedene Ansätze gegeben, die neue frohe Botschaft zu verkünden. Manche Form der Verkündigung war klug, andere waren Sackgassen oder gar Scharlatanerie. Wie durch ein Brennglas gebündelt, bringt der Apostel Paulus dies in einem seiner Briefe auf den Punkt, wenn er die Gemeinde von Thessalonich ermutigt: „Prüft alles und behaltet das Gute!“ (1 Thess 5, 21).  Paulus hat keine Angst vor Chaos. Er vermittelt Mut und Vertrauen auf eine gute Urteilskraft und auf den Geist Gottes. Nicht jeder macht was er oder sie will – es geht um ein verantwortetes Beschreiten neuer und notwendiger Wege.

Wenn wir uns also heute verändern, dann bleiben wir einer Haltung treu, die schon die junge Kirche geprägt hat.

Der dritte Orientierungspunkt unseres Transformationsprozesses im Bistum möchte zudem ermutigen, auf die Entwicklungen in der Weltkirche und „über den Tellerrand“ unserer gewohnten Gemeindestrukturen zu schauen. Auch im Bistum Osnabrück werden unsere Gemeinden internationaler. Ich möchte Mut machen für die Frage, was wir voneinander lernen können.

Weitere Infos

In anderen Ländern nehmen wir überraschende Entwicklungen wahr, zum Beispiel einen stetigen Anstieg der Taufen in Frankreich. Was passiert dort? Was können wir lernen?
Das Internet wird als Raum der Verkündigung immer wichtiger. Das Bistum Osnabrück macht dort bereits seit Jahren spannende und überraschende Erfahrungen.

Haben Sie Mut. Gehen Sie neue Wege, probieren Sie aus, tauschen Sie sich aus, teilen Sie Ihre Erfahrungen. Lassen Sie uns teilhaben an Ihren Gedanken und Ideen. Und dann: Prüfen Sie alles und bewahren Sie das Gute.

Friede sei mit den Brüdern, Liebe und Glaube von Gott, dem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.

Epheser 6,23
Peace-Zeichen an einer Mauer