Verändert bleiben: Wir leben das Evangelium

bunte Luftballons
Bild: unsplash.com, Madison Oren

Wir leben das Evangelium – so lautet der erste Orientierungspunkt für eine künftige Kirche im Bistum Osnabrück. Das klingt groß. Aber was heißt das im Alltag? Und wer ist eigentlich mit „wir“ gemeint? Hier schreibt Bischof Dominicus über seine Gedanken zum Thema:

Wie geht Transformation, Veränderung, im Bistum Osnabrück? Acht Orientierungspunkte sollen uns helfen, im begonnenen Veränderungsprozess als Kirche die Richtung zu halten. Der erste Orientierungspunkt sagt: Wir leben das Evangelium.

Das klingt groß. Aber was heißt das im Alltag? Und wer ist eigentlich mit „wir“ gemeint?

Eine Spur finde ich im Neuen Testament. Im 1. Petrusbrief heißt es: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt“ (1 Petr 3,15). Gemeint sind nicht nur Hauptamtliche. Gemeint sind alle Christinnen und Christen.

Orientierungspunkt zukünftige Kirche im Bistum Osnabrück

Dabei geht es um unsere Hoffnung. Wir haben Hoffnung, weil wir glauben: Gott ist Mensch geworden. Jesus hat den Tod überwunden. Darum vertrauen wir, dass wir bei Gott geborgen sind. Wir hoffen, dass Leid und Unrecht nicht das letzte Wort haben. Gott wird mit seiner Liebe einmal alles zum Guten verändern, weil er uns treu bleibt.

Davon soll ich Zeugnis geben. Wie kann das gehen?  Der Petrusbrief gibt dazu einen Hinweis: Ich soll dann sprechen, wenn Rechenschaft gefordert wird. Vielleicht kennen Sie den Satz: „Rede nicht von Gott, wenn du nicht gefragt wirst. Aber lebe so, dass man dich fragt.“ Das Zitat wird oft dem russischen Schriftsteller Fjodor Dostojewski zugeschrieben. Das Anliegen taucht aber auch schon beim heiligen Franz von Assisi auf, der sagte: „Predige das Evangelium zu jeder Zeit, wenn nötig, auch mit Worten.“ Es geht nicht zunächst um laute Worte. Es geht um ein Leben, das Hoffnung ausstrahlt. Und um den Mut, einfach und ehrlich zu erzählen, was mich in meinem Alltag trägt und woraus ich die Kraft schöpfe für mein Leben.

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Was hat das mit unserem Weg der Transformation zu tun? „Verändert bleiben“ ist unser Motto. Bei aller Veränderung bleiben wir unserer Wurzel treu: dem Evangelium Jesu.

Und zugleich verändern wir, wie wir davon sprechen. Das ist nicht neu. Es geht darum, den Prozess fortzusetzen, der zu Pfingsten begann. Die Menschen aus allen Ländern der Erde waren zutiefst erstaunt, als sie die Jünger hörten: „Wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden!“ (Apg 2,11). Die Botschaft bleibt – aber sie findet immer neue Worte, damit Menschen sie verstehen.

Auch heute dürfen wir dem Heiligen Geist vertrauen. Und wir dürfen mutig und kreativ sein und von dem erzählen, was uns prägt. Ob in Gemeinden, Verbänden, Gemeinschaften oder auch im Generalvikariat: Überall sollte es ausprobiert werden. Haben Sie den Mut!

Er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.

Psalm 23,2

Picknic, Fahrrad, Wiese