Verändert bleiben: Zukunft wagen
Anlässlich des Transformationsprozesses im Bistum Osnabrück wird Bischof Dominicus im Jahr 2026 regelmäßig Beiträge veröffentlichen: zum Motto des Prozesses – „verändert bleiben“ – und zu den Orientierungspunkten. Auf dieser Seite finden Sie seinen ersten Beitrag zum Thema:
Alle sieben bis zehn Jahre erneuert sich der menschliche Körper komplett: Unsere Zellen sterben in diesem Zyklus nach und nach ab und wachsen neu. Über den Lauf eines Lebens verändert sich jeder Mensch vollständig in seiner materiellen Substanz – und das mehrmals. Wenn diese Dynamik aussetzt, sterben wir. Wenn wir bleiben wollen, müssen wir uns verändern.
Wenn wir unserer Aufgabe gerecht werden wollen, zu reifen, unser Leben zu gestalten, Mensch und Mitmensch zu sein, dann verändern wir uns nicht nur körperlich, sondern auch als Person. Wenn wir uns und unseren Aufgaben treu bleiben wollen, müssen wir uns verändern.
Was für jede und jeden einzelnen von uns gilt, das können wir auch von unserer Kirche sagen.

Die Kirche in Deutschland verändert sich gerade massiv, und das gilt auch für die Kirche im Bistum Osnabrück. Weniger Gläubige, weniger Geld, weniger Gebäude; manche sagen auch: weniger Vertrauen, weniger Verständigung, weniger Verbundenheit.
Wir sind Kirche in einer Welt, die sich permanent ändert, in dieser Epoche schneller denn je. Als Kirche sind wir gerufen, Gottes frohe Botschaft zu verkündigen. Wenn die Welt sich ändert, muss Kirche sich ändern. Sie muss sich ändern, um sich treu zu bleiben.
Mir scheint, dass die Kirche sich eigentlich in zwei Änderungsprozessen befindet: Der eine verändert die Institution, wenn durch viele Austritte und demographische Entwicklung weniger Gläubige und weniger Geld vorhanden sind. Das sind Veränderungen, die uns widerfahren.
Weitere Infos
- Mehr Informationen zum Transformationsprozess finden Sie hier.
- Weitere Beiträge von und mit Bischof Dominicus gibt es hier.
Damit einher geht aber ein anderer Veränderungsprozess, der uns selbst als Christinnen und Christen betrifft und von uns aktiv gestaltet werden kann und muss: Wir finden Kraft und Mut, die Herausforderungen anzunehmen, weil wir unserer Wurzel treu bleiben. Das ist der Auftrag Jesu – „Deshalb geht hinaus in die ganze Welt“ – und das ist seine Botschaft der unbedingten Liebe Gottes. Wenn wir die Veränderung in der Treue zum Evangelium aktiv gestalten, dann haben wir Zukunft, dann bleiben wir.
Dass Kirche dabei nicht bleibt, wie sie ist, ist unmittelbar klar. Und dass die Veränderung nicht einfach aufs Geratewohl geschehen kann, ebenfalls. Es braucht Verbindendes und Verbindliches.
Dafür haben wir im Bistum Osnabrück acht Orientierungspunkte für eine künftige Kirche formuliert. Diese Orientierungspunkte leiten die Dekanatsprozesse. Sie finden Sie hier. In den nächsten Monaten werde ich auf jeden einzelnen dieser Punkte näher eingehen.