Ruller Wallfahrt: Warnung vor dem Programm der AfD

Bischof Dominicus bei der Predigt zur Männerwallfahrt nach Rulle in der Kirche St. Johann.
Bischof Dominicus bei der Predigt zur Männerwallfahrt nach Rulle in der Kirche St. Johannes. Bild: Bistum Osnabrück

Erstmals war Bischof Dominicus Prediger bei der Männerwallfahrt nach Wallenhorst-Rulle. Die etwa 350 Zuhörenden in der Kirche St. Johannes erlebten einen Bischof, der das Leitwort „Raum geben“ auch auf die aktuelle Situation bezog und unter anderem rechtsextreme Strömungen im Land in den Blick nahm.

So kritisierte der Bischof in seiner Predigt unter anderem das Programm der AfD zur Landtagswahl am 6. September in Sachsen-Anhalt. Er sagte: „Patriotische Kulturpolitik‘ und ‚deutsche Identität‘ werden dort konkretisiert: ‚Linke‘ oder ‚grüne‘ Bildungsarbeit – darunter zählt die AfD auch kirchliche – soll finanziell ausgetrocknet werden. Da ‚Kultur‘ in die Länderhoheit fällt, könnte eine AfD-Landesregierung hier schnell handeln. Was ‚deutsch‘ dabei bedeutet, bleibt unklar; ‚international‘ gilt als Schimpfwort.“

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Die Predigt von Bischof Dominicus finden Sie hier als Manuskript zum Herunterladen.

Dieses Programm sei weder christlich noch eröffne es neue Lebensräume, folgerte der Bischof. „Christsein bedeutet Gastfreundschaft, kulturelle Offenheit, internationale Solidarität, Einsatz für Arme und Vertriebene sowie die Bewahrung der Schöpfung. “

Die Partei zerschlage mit ihrer Agenda die Grundlagen des Zusammenlebens und untergrabe die gemeinsame Verantwortung für das Gemeinwohl. „Die AfD rettet nicht, wie sie behauptet, das ‚christliche Abendland‘, sondern zerstört es.“

Bischof Dominicus betonte dagegen, es gehe darum, Lebensräume zu schaffen, statt Türen zu verschließen. „Wir müssen den Veränderungen in Kirche und Gesellschaft mit Glaubensmut begegnen, nicht mit einengender Angst“, sagte er.

Die „Wallfahrt zum kostbaren Blut und zur Schmerzhaften Mutter“ in Rulle gibt es schon seit dem Mittelalter. Die erste Männerwallfahrt nach Rulle fand am 12. Juni 1932 als „Sühne- und Bittwallfahrt“ statt. Der damalige Osnabrücker Bischof Wilhelm Berning hatte sie angesichts der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Not sowie des aufkommenden Nationalsozialismus ins Leben gerufen. Seitdem wird die Wallfahrt – mit wenigen Ausnahmen – jährlich wiederholt – 2026 zum 93. Mal.

Heiterkeit des Herzens ist
Leben für den Menschen

Jesus Sirach 30,22
Sommer, Sonnenuntergang, Meer, lächeln