Die Familienwallfahrt nach Wietmarschen

Wunderbare Gottesmutter von Wietmarschen
Seit 800 Jahren pilgern Gläubige zur Marienstatue von Wietmarschen. Bild: Hermann Haarmann

Auf eine bewegte Geschichte kann die Wallfahrt nach Wietmarschen zurückblicken. Tausende Pilger zieht das Gnadenbild jedes Jahr an. Auch eine Bentheimer Gräfin war ihm verfallen und versuchte mehrmals, es zu stehlen. 

Wohin?

Zur wunderbaren Muttergottes in Wietmarschen

Wann?

Immer am 6. Ostersonntag, dem Sonntag vor Christi Himmelfahrt – dieses Jahr am 21. Mai 2017.

Wie viele Pilger?

Etwa 2000 Pilger

Ablauf der Wallfahrt:

Die Wallfahrt beginnt mit einem Familiengottesdienst am St. Matthiasstift in Wietmarschen. Danach gibt es ein buntes Programm rund um das Stift, mit Angeboten für Kinder, zum Singen oder auch zum Gebet in der Wallfahrtskapelle. Dort wird zum Abschluss der Wallfahrt auch eine Andacht gehalten.

Geschichte der Wallfahrt:

Wallfahrt nach Wietmarschen
Etwa 2000 Pilger nehmen jedes Jahr an der Familienwallfahrt nach Wietmarschen teil. Bild: Hermann Haarmann

Vor fast 800 Jahren, wohl um 1220, entstand die Marienstatue, eine mit Gold- und Silberblech beschlagene hölzerne Marienfigur mit dem Jesuskind auf dem Schoß. Irgendwie kam die Statue dann nach Wietmarschen. Dort war 1152 dem ehemaligen Kreuzritter und Benediktinermönch Hugo von Büren ein Stück Sumpfland für eine Klostergründung geschenkt worden. Mittlerweile gab es in diesem Ödland („wyt in de Mersch“ – das spätere Wietmarschen) ein Doppelkloster: für Benediktiner und Benediktinerinnen.  Im 14. bis 15. Jahrhundert zog die Statue viele Wallfahrer an. Eine alte Überlieferung berichtete, dass eine Gräfin von Bentheim, deren Tochter in Wietmarschen Priorin war, das Kloster besuchte. Dabei sah sie das Marienbild und wollte es haben. Als sie nach Hause fuhr, nahm sie es mit und stellte es bei sich in Bentheim auf. Als sie es am nächsten Morgen betrachten wollte, war es verschwunden. Es fand sich in Wietmarschen am alten Ort wieder. Der Legende nach, wiederholte die Gräfin ihr Vorhaben noch oft. Jedoch immer erfolglos. Eine große Wiederbelebung erlebte die Wallfahrt dann Anfang des 20. Jahrhunderts, als sich der neue Pfarrer stark für die Wallfahrt beim Bischof einsetzte. Er bat darum, die alte Gnadenstätte wiederherzustellen. Im Sommer 1921 besuchte schließlich der damalige Bischof Wilhelm Berning Wietmarschen, krönte die Marienstatue und zog mit dem Gnadenbild in feierlicher Prozession, begleitet von Tausenden von Gläubigen, zur Kapelle im nahen Stiftsbusch.

Bischof Franz-Josef Bode bei der Wallfahrt nach Wietmarschen im Jahr 2011, Bild: kirchenbote.de
Bischof Franz-Josef Bode bei der Wallfahrt nach Wietmarschen im Jahr 2011. Bild: Kirchenbote

Was man sonst noch über die Wallfahrt wissen sollte …

Heute war und ist die Statue das Ziel von Pilgern aus dem Emsland, der Grafschaft Bentheim und dem benachbarten Holland. Im Jahr 2014 hat das Gnadenbild einen neuen exponierten Platz in der St.-Johannes-Kirche bekommen. Dafür wurde im Rückraum der Kirche eine offene Holzkonstruktion geschaffen, die dem Gnadenbild einen neuen, würdigen Platz bietet, das auch von außerhalb durch das neue gläserne Hauptportal der Kirche zu sehen ist.