Die vielen Wohnungen Gottes

Bibelfenster zum 7. November 2014

Und Jesus fuhr fort, an alle gewandt: Euer Herz erschrecke nicht! Haltet an Gott fest und an mir! Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, würde ich dann zu euch sagen: Ich gehe hin und bereite euch eine Wohnung? Und wenn ich nun hingehe, um euch Schutz und Geborgenheit bei Gott zu schaffen, dann werde ich auch wiederkommen und euch holen, damit ihr dort seid, wo auch ich bin.

Das Neue Testament – übertragen von Jörg Zink, Johannes 14, 1-3

Mir kommen so viele Bilder in den Sinn: Die Containerstädte in den Flüchtlingslagern im Nahen Osten, Wohnungsnot in unseren Großstädten, Studierende, die immer noch keine bezahlbare Unterkunft gefunden haben, Menschen in U-Bahnschächten, unter Brücken oder direkt auf der Straße. Ich fahre durch die frühe Herbstdunkelheit, sehe die erleuchteten Fenster und denke: Wie sehr brauchen Menschen überall auf der Welt ein Zuhause! Nicht nur, wenn ein Winter naht. Ohne einen Ort, an den wir gehören, sind wir buchstäblich verloren. Ein Bericht über eine jungen syrischen Frau in einem Flüchtlingscamp: „I’m lost in space“, sagt sie ins Mikrophon der Journalistin – verloren im weiten Universum. Menschen brauchen einen Platz, an den sie gehören.

Das Bibelfenster

Hier kommentieren jede Woche Menschen aus dem Bistum Osnabrück eine Bibelstelle aus einer der aktuellen Sonntagslesungen – pointiert, modern und vor allem ganz persönlich.

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Jesus scheint unsere Sehnsucht nach Heimat gut zu kennen. Er nimmt sie auf und sagt: Das gilt auch für die Zukunft bei Gott. Auch im Himmel gibt es ein Zuhause für euch. Wie Reisende, die sich verlassen können, dass sie erwartet werden, wie Menschen, die nach Hause kommen, dürfen wir sein – nicht nur am Ende unsres Lebens. Diese Perspektive könnte uns ein Leben lang froh machen.

Martina Kreidler-Kos,
Frauenseelsorge, Ehe- und Familienpastoral