Modernes Krippenspiel

Bibelfenster zum 22. Dezember 2015

In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. (…) Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht Maria, denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. (…) Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; (…) Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.

Einheitsübersetzung Lukas 1,26ff

 

Jungfrau, nicht verheiratet, schwanger – da war doch was? Oder besser, da war doch Eine?
Ich erinnere mich: Sie war das vielleicht hübscheste Mädchen des Lyzeums, so hieß das Mädchengymnasium in der aufstrebenden katholischen Kleinstadt. Die Atmosphäre kann man sich heute kaum mehr vorstellen: Da wurden Debatten in Leserbriefen geführt, ob man Günter Grass im Deutschunterricht überhaupt lesen dürfe. Da warnten Geistliche vor anrüchigen Schlagertexten. In heutigen Ohren muss das recht verwunderlich klingen.

Das Bibelfenster

Hier kommentieren jede Woche Menschen aus dem Bistum Osnabrück eine Bibelstelle aus einer der aktuellen Sonntagslesungen – pointiert, modern und vor allem ganz persönlich.

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Siebzehn Jahr, blondes Haar – der damalige Hit von Udo Jürgens schien wie für sie geschrieben. Einen Freund hatte sie, durchaus aus gutem Hause, und – klar – beneidet von allen anderen Jungen auf dem benachbarten humanistischen Gymnasium… Aus heiterem Himmel – für Gott ist nichts unmöglich – war sie schwanger. Irgendwann konnten es alle sehen. Schande! Da waren sich die Herrschaften im Kollegium einig. Ein Jahr vor dem Abitur hieß es für die unverheiratete schwangere Schülerin des ehrenwerten Lyzeums: Abschied nehmen. Mit den besten Wünschen für die Zukunft. Nicht bekannt ist, ob sich da einer noch kümmerte. Aber ihr Freund hielt zu ihr – Josef sei Dank!
Die Beiden haben Ja zu dem Kind gesagt! Und sie haben das geschafft. Dem ersten Kind folgten weitere. Ihn konnte man sehen, wenn er die Kleinen im Kinderwagen durch die ehrenwerten Straßen schob. Das war neu damals! Sie machte Karriere, man konnte sie im Fernsehen sehen. Das war kein Wunder – jedenfalls nicht für die, die sie kannten!

Diakon Gerrit Schulte