Bistum Osnabrück verleiht Förderpreise an der Universität

Die Preisträger des Förderpreises 2026 des Bistums Osnabrück
v. l. Wolfgang Griesert (Vorsitzender der Universitätsgesellschaft e.V.), Thomas Weßler (Vorstandsvorsitzender der Schulstiftung im Bistum Osnabrück), Lukas Müller (Preisträger), Sofie Johanna Naber (Preisträgerin) und Prof. Dr. Jochen Oltmer (Vizepräsident der Universität Osnabrück) Bild: Universität Osnabrück

Am 05. März 2026 bekamen die Studierenden Sofie Johanna Naber und Lukas Müller in einer Feierstunde in der Schlossaula die diesjährigen Förderpreise des Bistums an der Universität Osnabrück verliehen. Sie wurden ausgezeichnet für ihre herausragenden wissenschaftlichen Arbeiten am Institut für Katholische Theologie.

Die Preisträgerin Sofie Johanna Naber wurde auf Vorschlag von Prof. Dr. Elmar Kos für Ihre Masterarbeit mit dem Titel „Reproduktive Autonomie. Moraltheologische Überlegungen zu einem kontroversen Thema“ ausgezeichnet:

Wann genau beginnt das Leben? Es ist eine höchst kontrovers debattierte bio- ethische Frage, mit der sich Sofie Naber in ihrer Masterarbeit im Fach Katholische Theologie auseinandergesetzt hat. In der theologisch-ethischen Debatte stehen dabei bereits seit vielen Jahren die In-vitro-Fertilisation, die Pränataldiagnostik und der Schwangerschaftsabbruch im Fokus. In ihrer wissenschaftlichen Betrachtung gibt die 26-Jährige einen umfangreichen Einblick in aktuelle feministisch-ethische Perspektiven und greift Publikationen von Moraltheologinnen wie Hille Haker oder Regina Ammicht Quinn auf. „Mir ist wichtig zu zeigen, dass kirchliche Positionen und theologische Debatten keine Gegensätze bleiben müssen“, sagt Preisträgerin Sofie Johanna Naber. „Wenn wir genauer hinschauen und Begriffe klären, können wir Brücken bauen – und ethische Überzeugungen so formulieren, dass sie auch in unserer pluralen, säkularen Gesellschaft verständlich und anschlussfähig sind.“ Derzeit absolviert sie ihr Referendariat an einem Gymnasium in Versmold und würde zukünftig gerne als Lehrerin für Deutsch und Religion in Niedersachsen arbeiten. „Am liebsten natürlich in Osnabrück“, sagt sie.

Der Preisträger Lukas Müller wurde auf Vorschlag von Prof. Dr. Georg Steins für seine Bachelorarbeit mit dem Titel „Die Babel-Erzählung (Gen 11,1-9) in der neueren Exegese“ ausgezeichnet:

Die Erzählung vom Turmbau zu Babel gehört zu den bekanntesten Texten des Alten Testaments – und ist zugleich aktueller denn je. In seiner Bachelorarbeit widmet sich Lukas Müller dieser viel diskutierten Perikope und greift neuere exegetische Ansätze auf. Lange Zeit wurde die Babel-Erzählung als Geschichte menschlicher Hybris und göttlicher Strafe gedeutet. Neuere Forschungen zeigen jedoch: Diese Sicht greift zu kurz. „Meine zentrale These lautet, dass der Wunsch nach einer einheitlichen Sprache Gottes Schöpfungswillen widerspricht“, sagt der 25-jährige Student der Universität Osnabrück. Die von JHWH bewirkte Sprachverwirrung und Zerstreuung erscheine so nicht als bloßes Strafgericht, sondern als Bewahrung von Vielfalt. „Die Vielfalt der Sprachen ist kein Unfall der Geschichte, sondern Ausdruck eines von Gott gewollten Reichtums“, erläutert Lukas Müller. Auf eine endgültige Deutung verzichtet er indes in seiner Bachelorarbeit. Vielmehr zeigt er in seiner wissenschaftlichen Auseinandersetzung die Mehrdeutigkeit des biblischen Textes auf und lädt die Lesenden ein, selbst aktiv an der Auslegung mitzuwirken. Neben Katholischer Theologie studiert der gebürtige Emsländer Anglistik auf Lehramt an Gymnasien. Seit mehreren Semestern ist er als Tutor für Bibelhebräisch tätig.

Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und mit allem Frieden im Glauben.

Römer 15,13