Dem Leben dienen

Hände mit Herz
Bild: unsplash.com, Kelly Sikkema + canva.com

Praktische Hilfe und die Sorge um Menschen in Not – das sind zwei zentrale Aufgaben der diakonischen Pastoral. Hier im Kurzinterview erläutert der zuständige Referent Martin Splett, warum Diakonie nicht nur evangelisch ist und welche konkreten Angebote es im Bistum Osnabrück gibt.

Diakonie – ist das nicht ein evangelisches Hilfswerk?

Diakonia ist biblisch und bedeutet einfach: Dienst. Diese Eigenschaft kirchlichen Handelns ist absolut grundlegend. Denn „eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts“, wie der französische Bischof Jacques Gaillot einmal formuliert hat. Was kann Kirche Gutes tun, wie kann sie guttun – und das über Gottesdienste und Glaubensverkündigung hinaus? Darum geht es, darum gibt es die kirchlichen Wohlfahrtsverbände, die katholische „Caritas“ (übersetzt: „Nächstenliebe“) und die evangelische „Diakonie“. Doch auch in den Kirchengemeinden und anderswo leisten Christen wertvolle Dienste für ihre Mitmenschen.

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Martin Splett

Martin Splett
Referent für diakonische Pastoral
Domhof 12
49074 Osnabrück
0541 318-254
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Diakonische Pastoral umfasst zum einen soziales kirchliches Engagement, auch Sozialpastoral genannt; zum anderen wird damit die Seelsorge in karitativen Handlungsfeldern bezeichnet. Schließlich bezeichnet „Diakon“ im Katholischen einen Weihegrad vor oder unterhalb der Priesterweihe. Der Name ist Programm: Diakone verstehen sich in ihren Gemeinden als Dienende, engagieren sich für ihre Mitmenschen.

Was bedeutet das ganz konkret im Bistum Osnabrück?

Wir sind mit unserem Seelsorgeangebot nicht nur in den Kirchengemeinden für Menschen da, sondern auch in Kitas und Schulen, in Krankenhäusern und Gefängnissen, in Alten- und Pflegeheimen, in der Notfall- und in der Hospizseelsorge. Einrichtungen und Dienste der Caritas unterstützen Schwächere in vielerlei Hinsicht, kirchliche Beratungsstellen helfen bei Lebens- und Beziehungsproblemen … und vieles mehr! Außerdem engagieren sich viele Ehrenamtliche sehr segensreich, etwa in Besuchsdiensten.

„Wir dienen dem Leben“ lautet einer der Orientierungspunkte für eine künftige Kirche, die sich das Bistum als Leitlinie für den Transformationsprozess gegeben hat – hat das auch etwas mit dieser Thematik zu tun?

Allerdings, ohne diesen diakonischen Orientierungspunkt würde in unserem Bistum etwas Zentrales fehlen! Unser Glaube gibt uns eine Hoffnung für unser Leben – von der Geburt bis zum Tod. Aus und mit dieser Hoffnung wollen wir Menschen in all ihren Lebens- und auch Leidenssituationen fachlich und menschlich begleiten, wenn sie das wollen. Dabei nennt die Erläuterung dieses Orientierungspunktes auch die Liturgie: in guten, guttuenden Gottesdiensten dienen nicht nur wir Gott, sondern er auch uns Menschen.

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Denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben.

Jeremia 29,11