Demokratie beginnt nicht erst am Wahltag. Sie zeigt sich überall dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, unterschiedliche Meinungen aushalten und gemeinsame Regeln respektieren. Pfarrer Jan Wilhelm Witte leitet die Pfarreiengemeinschaft Hasegrund und hat mit Blick auf die Kommunalwahl im September auf seinem Blog einen umfangreichen Beitrag zu diesem Thema geschrieben. Einen Auszug finden Sie hier:

„Eine Demokratie kann Wahlen organisieren und abhalten und doch innerlich zerbrechen, denn Demokratie besteht nicht nur Wahllokalen, Parlamenten und Mehrheiten. Sie lebt davon, wie wir miteinander umgehen, wenn wir unterschiedlicher Meinung sind. Das ist ziemlich anstrengend. Die Frage ist, ob wir einander noch zuhören, ob wir Regeln auch dann achten, wenn das Ergebnis nicht unseren Vorstellungen und Wünschen entspricht, ob wir bereit sind, Verantwortung für das gemeinsame Ganze zu übernehmen.
Wählen zu gehen, ist wichtig. Das dürfte klar sein. Aber zwischen zwei Wahlen entscheidet sich, die lebensfähig unsere demokratische Kultur wirklich ist – in Familien, am Arbeitsplatz und in den sozialen Netzwerken. Wenn politische Gegner sich nur noch als Feinde gegenüberstehen, wird aus Streit ganz schnell Verachtung. Wenn Menschen aus Angst vor Ausgrenzung schweigen, entsteht kein echter Konsens. Und wenn jede Gruppe nur noch ihre eigene Wirklichkeit kennt, verlieren wir die gemeinsame Gesprächsgrundlage.
Weitere Infos
- Den vollständigen Artikel „Demokratie braucht Menschen, die sie tragen“ gibt es auf janwilhelmwitte.com
- Videos von Pfarrer Witte mit Statements zu Gesellschaft, Kirche und Glaube gibt es auf seinem Instagramkanal @janwilhelmwitte
- Mehr zum Thema Demokratie im Bistum Osnabrück finden Sie hier!
Demokratie braucht deshalb mehr als eine Stimme auf dem Wahlzettel. Sie braucht die Bereitschaft, informiert zu urteilen, zu widersprechen und Widerspruch auszuhalten, zuzuhören, sich einzubringen und politische Entscheidungen auch dann anzuerkennen, wenn man selbst anders abgestimmt hat.
Was tust du selbst dafür, dass Demokratie nicht nur eine politische Form bleibt, sondern eine echte, gelebte Kultur? Frag dich das mal!“