Eisheilige

Mitten im Mai, wenn alles schon nach Frühling aussieht, kommt oft noch mal ein Kälteeinbruch. Genau dafür stehen die Eisheiligen mit ihren fünf Gedenktagen zwischen dem 11. und 15. Mai – ihre Namen: Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und die „Kalte Sophie“.

Zu Lebzeiten hatten diese fünf Heiligen eigentlich nichts mit Schnee und Frost zu tun. Sie waren Bischöfe oder Märtyrer aus den ersten Jahrhunderten des Christentums. Dass sie mit Kälte verbunden werden, liegt an den Erfahrungen vieler Generationen: Rund um ihre Gedenktage gibt es oft noch einmal Nachtfrost – gefährlich für Pflanzen und Ernte. Deswegen gibt es rund um ihre Namen viele Bauernregeln, die aufs Wetter anspielen. Die eigentlichen Geschichten der Eisheiligen sind jedoch vielfältiger …

Eisheilige

Mamertus macht den Anfang am 11. Mai. Als Bischof von Vienne im ehemaligen Gallien war er im 5. Jahrhundert eigentlich Experte für Bittprozessionen gegen Naturkatastrophen, heute gilt er als „Frost-Bote“. Er steht für das Vertrauen darauf, dass Gott auch in unsicheren Zeiten Schutz schenkt.

Pankratius (12. Mai) war ein junger Märtyrer aus Rom und gilt als Patron der blühenden Natur. Er steht für Mut und Standhaftigkeit im Glauben – auch gegen Widerstände. Bei seinem Tod war erst 14 Jahre alt, deswegen gilt er auch als Beschützer von Kindern und Jugendlichen.

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Servatius (13. Mai) war Bischof von Tongern. Ob die Überlieferung stimmt, dass er mit einem hölzernen Schuh erschlagen wurde, ist ungewiss. Fest steht, dass er als Schutzheiliger bei Fußleiden und Rheuma verehrt wird.

Bonifatius von Tarsus (14. Mai) war ein angelsächsischer Mönch, der im Auftrag des Papstes das Christentum beispielsweise in Deutschland und Frankreich verbreitete. Er steht für Aufbruch und die Kraft, Glauben konkret in die Welt zu tragen.

Sophia, auch bekannt als die „Kalte Sophie“, bildet den Abschluss der Reihe am 15. Mai: „Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist“, heißt es im Volksmund. Erst nach ihrem Gedenktag, so die alte Bauernregel, darf die Geranie gefahrlos auf den Balkon und die Sommerbepflanzung in die Erde. Sophia von Rom gilt als Schutzheilige der Feldfrüchte und Patronin für eine gute Ernte.

Heiterkeit des Herzens ist
Leben für den Menschen

Jesus Sirach 30,22
Sommer, Sonnenuntergang, Meer, lächeln