Endlich wieder

Kaffeetasse auf einem Tisch
Bild: unsplash.com, Danielle Macinnes

Ich kann wieder gehen ohne Schmerzen. Ich kann die Strümpfe wieder selbst anziehen. Ich komme wieder in den Dom. Ich kann wieder selbst einkaufen. Ich bin wieder da!

„Wieder“ ist für mich in den vergangenen Wochen zu einem hoffnungsvollen Stichwort geworden. Es bringt mich in den Alltag zurück – nach einer zehnmonatigen Krankheitsphase. In dieser Zeit war das Wort „wieder“ eher negativ besetzt: wieder Krankenhaus, wieder eine Operation, wieder alles von vorn. Aber jetzt freue ich mich einfach nur, dass ich wieder da bin. Zwar noch ein bisschen vorsichtig und Schritt für Schritt, aber wieder da.

Über den Autor

Franz-Josef Bode ist unser Bischof und Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz. Seit 2010, damals als erster deutscher Bischof, schreibt Bode in unserem Bistumsblog über Begegnungen und Gedanken aus seinem bischöflichen Alltag.

Auch unser Glaube kennt dieses hoffnungsvolle „wieder“. Wieder war Advent, wieder wurde Weihnachten, wieder hat ein neues Jahr begonnen, es ist wieder Alltag. Hoffnung setzt darauf, dass es immer wieder neue Anfänge geben kann. Bei uns selbst, untereinander, in Gesellschaft und Kirche, mit Gott. Das zeigt der Gott der Bibel uns überdeutlich im Advent und an Weihnachten: „Ich bin bereit, mit dir, mit euch neu anzufangen, was auch immer gewesen ist. Dafür werde ich einer von euch, ganz und gar, von Geburt bis Tod. Und immer wieder werde ich dann Mensch in euch und durch euch, wenn ihr mein Leben mitlebt für die Menschen und die ganze Schöpfung.“

Das schönste dabei ist die Verheißung, dass er einst endgültig wiederkommt, dass er uns schon jetzt in der Geschichte mit all ihren Katastrophen, Bedrängnissen und Nöten entgegenkommt als das letzte Ziel, das nicht Chaos ist, sondern Leben in Fülle.

Wegen dieses letzten „Wieder“ bin ich nach wie vor zuversichtlich, dass unsere immer wieder gemachten Versuche, nach vorne und nach oben zu denken und zu handeln gelingen und Wirkung zeitigen für das Ganze unseres Lebens, unseres Bistums, unserer Kirche, unserer Welt.

In der Krankheit hat es mich gestärkt, jeden Tag wieder neu anzunehmen. Ich wünsche allen für das noch junge Jahr, dass sich neue Anfänge und Hoffnungen auftun.

Ein Kommentar zu “Endlich wieder

  1. Lieber Bischof Bode, ich freue mich dass es ihnen endlich wieder besser geht. Ich werde von vielen Menschen aus der Gemeinde nach ihrer Genesung gefragt. Das Interesse ist sehr groß!!Ausserdem wünsche ich Ihnen für das neue Lebensjahr alles erdenklich gute vorallem Gesundheit und schmerzfrei. Liebe Grüße, Ihre Frau Cordes

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