Im Krisengebiet den Glauben gefunden

Taufbecken
Bild: pixabay.com, rosangelaresende

Katja Perlich ist Soldatin. Zwei Mal war sie bisher in Afghanistan im Einsatz – jeweils für 6 Monate. Diese Zeiten haben die junge Frau geprägt: in ihrer Persönlichkeit und auch in ihrem Glauben.

„Ich war im Sanitätsdienst und deshalb vor Ort, wenn jemand verwundet oder verletzt wurde“, erzählt Perlich über ihre Zeit in Afghanistan. Sie hat reanimiert, beatmet und Zugänge gelegt. Ist da Zeit für Gott? „Ich habe über die eigene Trauer zum Glauben gefunden“, sagt Perlich. „In Afghanistan habe ich Dinge erlebt, die ich so nicht verarbeiten konnte. Vielleicht macht man das dann mit dem Glauben aus.“ Schon länger habe sie gewusst, „dass da etwas ist“, sagt sie, dass sie an irgendetwas glaube. „Aber ich war noch nicht bereit.“

In der Osternacht wird sie getauft werden

Heute ist das anders und Katja Perlich tritt in die katholische Kirche ein. In der Osternacht empfängt die 29-Jährige die Sakramente des Christwerdens: Taufe, Firmung, Eucharistie. Zusammen mit sechs anderen Erwachsenen hat sie im Forum am Dom in Osnabrück einen Glaubenskurs besucht. Mehrere Gespräche mit dem Militärpfarrer gingen dem voraus.

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Katja Perlich stammt gebürtig aus Halle an der Saale. Seit 2002 lebt sie in Osnabrück, hat hier zunächst eine Ausbildung zum Maler und Lackierer absolviert. 2006 entschloss sie sich für den Dienst bei der Bundeswehr und ist noch bis 2014 Soldatin. Zurzeit macht sie eine Ausbildung zur Sozialassistentin.

Schwester Engratia Brinkmann und Katja Perlich (Bild: Katharina Deuling)
Schwester Engratia Brinkmann (links) begleitet Taufbewerberin Katja Perlich auf ihrem Weg in die Kirche.

Die Taufbewerber stehen im Mittelpunkt

Schwester Engratia Brinkmann ist im Forum am Dom als sogenannte Katechumenatsbegleiterin tätig. Sie hilft den Taufbewerbern bei der Suche nach Antworten auf ihre Glaubensfragen, kennt deren Motivation, hat ein offenes Ohr. „Die Teilnehmer gehen diesen Schritt ganz bewusst“, beschreibt die Ordensfrau. Von Oktober bis April bereitet sie die Erwachsenen wöchentlich auf die Sakramente des Christwerdens vor. „Die Inhalte des Glaubens werden stark heruntergebrochen“, beschreibt Schwester Engratia, „und jeder Kurs ist anders.“ Immer aber stünden die Taufbewerber selbst im Mittelpunkt: „Was hat mein Leben mit dem Glauben zu tun und was hat der Glaube mit meinem Leben zu tun?“

Am ersten Fastensonntag fand im Osnabrücker Dom die Zulassungsfeier für die erwachsenen Tauf- und Firmbewerber des Bistums statt. Nicht nur die Teilnehmer des Glaubenskurses im Forum am Dom kamen dort zusammen – auch die Erwachsenen, die sich in ihren Gemeinden irgendwo im Bistum auf die Taufe vorbereiten, waren da. „In der Zulassungsfeier sagt der Bischof den Bewerbern zu, dass sie getauft und gefirmt werden“, sagt Schwester Engratia. „Das ist ein gezielter Weg auf Ostern hin.“