Gemeinsam die Ferien genießen

Entspannen ist Programm
Entspannen ist Programm Bild: Haus Maria Frieden, Rulle

Raus aus der Schule, rein in die Ferienzeit! Viele junge Menschen im Bistum Osnabrück fiebern jedes Jahr im Sommer auf diese besondere Zeit hin. Egal ob  Zeltlager, Ferienlager oder Segeltörn – tausende Menschen und ehrenamtliche Betreuer genießen die schönste Zeit des Jahres gemeinsam: Es wird gespielt, getobt, gesungen und gebastelt. Freundschaften entstehen oder werden vertieft – und die Eltern bleiben in der Regel zu Hause.

Freizeiten haben in der katholischen Jugendarbeit eine lange Tradition. Auf dem Programm stehen meist Lagerfeuer, Großgruppenspiel, Nachtwanderungen oder ein Gottesdienst unter freiem Himmel. Insgesamt 257 Ferienfreizeiten mit rund 21.000 Teilnehmern fanden allein in den Sommerferien 2015 im Bistum Osnabrück statt. Die Freizeiten werden jedes Jahr von den katholischen Kirchengemeinden, Bildungsstätten, Verbänden und Gruppen organisiert und veranstaltet. „Unsere Ferienfreizeiten und Zeltlager sind bei den Jungen und Mädchen seit vielen Jahren ungebrochen beliebt“, sagt Karin Buchholz, Leiterin der Diözesanjugendamtes.

Vielfalt erleben

Eine Freizeit mit langer Tradition ist die Familienfreizeit „frei(t)räume“ im Haus Maria Frieden in Rulle. Im ehemaligen Zisterzienserinnenkloster verbringen Familien mit Kindern mit und ohne geistige und/oder körperliche Beeinträchtigung gemeinsam zwei Wochen in den Sommerferien. „Vor ein paar Jahren feierten eine Teilnehmerin und ihre Mutter bereits sein 30-jähriges Jubiläum – so oft sind sie bereits dabei“, erklärt Philipp Jansen, Bildungsreferent im Haus Maria Frieden und zuständig für die Organisation der Freizeit. Die Teilnehmer, die mit ihren Eltern anreisen, kommen nicht nur aus dem Bistum, sondern zum Teil aus Flensburg oder Darmstadt. Auch das Alter variiert stark, denn die Teilnehmer sind zwischen sechs und 52 Jahren alt. „Diese große Vielfalt macht einen ganz besonderen Austausch möglich – eine tolle Atmosphäre“, findet Philipp Jansen, der die Freizeit bereits im dritten Jahr gemeinsam mit vier jungen Erwachsenen leitet.

Menschen mit verbundenen Augen bilden eine Kette
Vertrauen verbindet – Ferienfreizeiten stärken das Miteinander Bild: Marstall Clemenswerth, Sögel

Ungefähr 20 Teilnehmer reisen jedes Jahr mit ihren Eltern(-teilen) an. Betreut werden sie diese zwei Wochen von 19 ehrenamtlichen Begleitern und dem fünfköpfigen Leitungsteam. Die Ferienfreizeit widmet sich in jedem Jahr einem bestimmten Thema. Auf dem Programm stehen Ausflüge, Snoezeln, Wahrnehmungsübungen, therapeutisches Reiten, aber auch gemeinsame Mahlzeiten und Abendrunden. „Das Haus ist in dieser Zeit nicht nur besonders geschmückt, es herrscht auch eine ganz besondere Atmosphäre – Urlaubsstimmung eben“, sagt Philipp Jansen. Ebenfalls im Haus Maria Frieden findet in den Sommerferien eine 14-tägige Ferienfreizeit für Jugendliche und junge Erwachsene mit geistiger oder körperlicher Beeinträchtigung ab 16 Jahren statt.

Kraft für den Alltag tanken

Auch der Marstall Clemenswerth in Sögel hat eine Sommerfreizeit für Jugendliche und junge Erwachsene von 16 bis 29 Jahren mit geistigen und/oder körperlichen Beeinträchtigungen im Angebot. An Teilnehmer ab 30 Jahren richtet sich die Freizeit 30 plus. „Die Freizeiten sollen vor allem das einander Erleben und Begegnen zwischen Menschen, die als behindert, und Menschen, die nicht als behindert gelten, ermöglichen“, erklärt Peter Meiners, Jugendbildungsreferent im Marstall Clemenswerth. „Die Tage sind für alle ein Angebot, Kraft für den Alltag zu schöpfen, miteinander ins Gespräch zu kommen, neue Wege zu gehen und einander zu begleiten.“

Jugendbildungsstätte Haus Maria Frieden
Klosterstraße 13
49134 Wallenhorst/Rulle
05407/80810
E-Mail-Kontakt
www.hmf-rulle.de

Die Stimmung ist auch in anderen Ferienfreizeiten im Bistum eine ganz besondere. So auch beim Segeltörn auf dem Ijsselmeer, das die CAJ des Bistums jedes Jahr in den Sommerferien organisiert. Jugendliche und junge Erwachsene und ihre Betreuer stechen unter fachmännischer Anweisung in See und machen das Meer unsicher. Eine einzigartige Atmosphäre, die die Mannschaft zusammenschweißt. Gemeinsam Spaß haben, den Alltagstrott hinter sich lassen, neue Menschen kennenlernen und Gemeinschaft erleben – das haben wohl alle Ferienfreizeiten in Bistum Osnabrück gemein. Da ist das anfängliche Heimweh, das sich bei dem einen oder anderen Teilnehmer anfangs ankündigt auch schnell wieder vergessen.