Gittergold – Auszeichnung für Imker-Projekt in der JVA Meppen
Die Gefängnisseelsorge der Justizvollzugsanstalt Meppen wurde für ihr Projekt „Vom Blütenzauber zum Gittergold“ von der Bingo-Umweltstiftung als Projekt des Monats August ausgezeichnet. Der Preis ist mit einem Zuschuss über 1000 Euro verbunden.
Schon 2014 legte die JVA Meppen auf ihrem Gelände einen Begegnungsgarten an. Durch seine naturnahe Bepflanzung und Gestaltung erfüllt er verschiedene Funktionen: Er ist eine kleine Naturoase inmitten der Gefängnismauern, er ermöglicht Ruhe und Rückzug und fördert durch die Übernahme von Pflegeaufgaben das Verantwortungsbewusstsein der Inhaftierten.
Aufgrund der blühenden und summenden Vielfalt in diesem Garten lag die Idee nahe, den Inhaftierten der JVA mit eigenen Bienenstöcken eine sinnvolle und naturnahe Beschäftigung anzubieten. Daraus entwickelte die Gefängnisseelsorge in der JVA Meppen mit dem Imkerverein Imme Bourtanger Moor ein erfolgreiches Projekt, das damals schon von der Bingo-Umweltstiftung gefördert wurde. Seit 2024 lernen unter fachkundiger Anleitung von Imkermeister Hermann Hüsers Inhaftierte und Mitarbeitende die Grundkenntnisse der Imkerei. Dafür bekommen sie ein Zertifikat, mit dem eine eigene Imkerei betrieben werden kann.
Die Auszeichnung als Umweltprojekt des Monats nahmen jetzt Heinz-Bernd Wolters und Ulli Schönrock, Seelsorger in der JVA Meppen, von Karsten Behr, Geschäftsführer der NBU, entgegen. Mit dabei waren Anstaltsleiter Per Zeller, Domkapitular Ulrich Beckwermert, Mitarbeiter der JVA, Mitgliedern des Imkereivereins Imme Bourtanger Moor, Kooperationspartnern und Ehrenamtliche.
Weitere Infos
Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung fördert Umwelt- und Naturschutzprojekte sowie Projekte zugunsten der Entwicklungszusammenarbeit und der Denkmalpflege. Die Stiftung finanziert sich aus der Glücksspielabgabe und vor allem aus Einnahmen der Bingo-Umweltlotterie. Weitere Informationen hier im Internet.
Domkapitular Ulrich Beckwermert, der selbst Hobbyimker ist, würdigte das Projekt in einem Grußwort: Durch die Imkerei bekämen die Inhaftierten wieder eine Perspektive für ihr künftiges Leben nach der Haft. Gleichzeitig vermittelten ihnen die Bienen einen neuen Blick auf sich selbst: „Bienen haben keine Vorurteile. Sie sehen in den Inhaftierten einfach nur die Menschen.“
Karsten Behr lobte das Engagement in der JVA: „Die neu etablierte Imkerei ist eine ideale Ergänzung Ihres Begegnungsgartens, der eine grüne, artenreiche Insel im Anstaltsleben darstellt – mit der Imkerei werden diese ökologischen Zusammenhänge lebendig und praxisnah vermittelt.“