Immer wieder Ostern

Freunde am Lagerfeuer in der Dämmerung
Bild: Adobe Stock, Anna

In jener Zeit offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal, am See von Tibérias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Dídymus, Natánaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas finden. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot – sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen – und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot liegen. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt! Da stieg Simon Petrus ans Ufer und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu befragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.

Johannes 21,1-14

Ostern ist vorbei – und die Euphorie auch!? „Ich geh fischen“, sagt Petrus im Evangelium nach Johannes. Zurück ins Vertraute, zurück zum Bekannten. Sicher ist sicher.

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Die Jünger arbeiten die ganze Nacht – und fangen nichts. Leere Netze. Vielleicht kennst du dieses Gefühl: Du gibst dir Mühe, strengst dich an, und am Ende bleibt die Frage, ob du aufs falsche Pferd gesetzt hast; ob es zu gewagt, zu naiv, zu gewollt war.

Aber am Morgen steht da jemand am Ufer. Unscheinbar, zuerst nicht erkannt, und sagt: Versuch’s noch mal – aber anders. Nicht noch mehr vom Gleichen, nicht mehr vom Alten erwarten, dass es plötzlich Sinn ergibt. Sondern mit dem Mut, neu hinzuschauen!

Vielleicht hat Ostern ja doch Spuren hinterlassen und Auferstehung geschieht viel leiser, unerwarteter: mitten im Alltag, nach einer langen Nacht, in einem neuen Versuch.

Äußerlich bleibt vieles gleich. Die Jünger tun, was sie immer getan haben. Und doch ist etwas anders – auch in ihnen. Da ist eine leise Gewissheit, ein geschenkter Zuspruch: Es lohnt sich doch – Gott hält Wort!

Und am Ende steht kein Vorwurf, kein „Du hättest mehr leisten müssen“, sondern ein Feuer, das wärmt, Gemeinschaft, die trägt, und eine Fülle, die überrascht.

Vera Jansen

Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und mit allem Frieden im Glauben.

Römer 15,13