„Man muss selbst ein Zeichen setzen“
Warum sollte man 7./8.November an der Gremienwahl im Bistum Osnabrück teilnehmen? Und warum kandidiert man als junger Menschen überhaupt für den Pfarrgemeinderat oder Kirchenvorstand? Über ihre Motivation erzählt Theresa Kröger: Die 32-Jährige ist Pfarrgemeinderätin in Lorup und tritt bei der Gremienwahl im Bistum Osnabrück wieder an.
Warum gehen Sie am 7./8.11 zur Wahl der Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände?
Für mich ist die Wahl eine Möglichkeit, mit meiner Stimme Kirche ein Stück weit mitzugestalten. Kirche lebt davon, dass Menschen sich einbringen und Verantwortung übernehmen. Deshalb finde ich es wichtig, nicht nur zu schauen, was andere machen, sondern auch selbst ein Zeichen zu setzen.
Kirche ist im Umbruch – ist es da besonders wichtig, zur Wahl zu gehen?
Ja, gerade in dieser Zeit finde ich das wichtig. In der Kirche verändert sich momentan vieles, und da ist es entscheidend, dass unterschiedliche Meinungen und Ideen gehört werden. Wir können nicht erwarten, dass alles so bleibt, wie es immer war. Wir müssen gemeinsam überlegen, wie Kirche in Zukunft aussehen kann – und da sollte sich jeder, der möchte, auch einbringen können.
Gremienwahlen im Bistum Osnabrück – ist das ein Ausdruck von Mitbestimmung in der Kirche?
Ja, auf jeden Fall. Ich finde es wichtig, dass nicht alles von oben entschieden wird, sondern dass die Menschen vor Ort mitreden und mitgestalten können. Gerade im Pfarrgemeinderat kennt man die eigene Gemeinde und weiß, was die Menschen beschäftigt. Die Wahlen geben uns die Möglichkeit, Menschen zu wählen, die sich für diese Anliegen einsetzen.
Was braucht es, damit junge Menschen Lust haben, in PGR und Kirchenvorstand mitzuarbeiten?
Ich glaube, vor allem müssen junge Menschen merken, dass ihre Meinung wirklich zählt. Sie müssen die Möglichkeit haben, eigene Ideen einbringen zu können. Außerdem darf es nicht darum gehen, einfach nur Aufgaben abzuarbeiten. Es muss Spaß machen, man muss sich in der Gemeinschaft wohlfühlen und das Gefühl haben: Ich kann hier tatsächlich etwas bewegen. Dann kann ich mir vorstellen, beziehungsweise hoffe ich, dass sich auch wieder mehr junge Menschen engagieren.
Was sind Ihre eigenen Erfahrungen als Mitglied im Pfarrgemeinderat?
Ich erlebe die Zeit im Pfarrgemeinderat als sehr bereichernd. Man kommt mit ganz unterschiedlichen Menschen und Meinungen zusammen und merkt, dass jeder einen anderen Blick auf Kirche und Gemeinde hat. Natürlich gibt es auch mal Diskussionen oder unterschiedliche Vorstellungen – aber das gehört für mich dazu. Besonders schön ist es, wenn man gemeinsam eine Idee entwickelt und dann sieht, dass daraus tatsächlich etwas entsteht und die Menschen in der Gemeinde davon profitieren.
Welche Unterstützung wünschen Sie sich für die kommende Wahlperiode?
Ich wünsche mir vor allem eine gute und offene Zusammenarbeit. Ehrenamtliche brauchen meiner Meinung nach das Gefühl, dass sie mit ihren Ideen ernst genommen werden und nicht alleine gelassen werden. Dazu gehören gute Informationen, feste Ansprechpartner und natürlich auch ein bisschen Unterstützung, wenn es um die Umsetzung von Ideen geht. Wichtig ist mir aber auch, dass man den Ehrenamtlichen Vertrauen entgegenbringt und ihnen den nötigen Freiraum lässt.