Maria als Zeichen der Hoffnung

Marienstatue vor einem wolkigen Himmel
Bild: AdobeStock.com, pongmoji

In Warendorf – einer wundervollen Stadt, in der ich sträflicherweise vorher noch nie gewesen bin – habe ich am vergangenen Samstag und Sonntag „Mariä Aufnahme in den Himmel“, im Volksmund „Mariä Himmelfahrt“, gefeiert.

Schon Wochen vor diesem Hochfest bereiten neun „Bogengemeinschaften“ große, bunt geschmückte und illuminierte Bogen an markanten Punkten der Stadt vor. Ob mit elektrischem Licht oder züngelnden Gasflammen, ob mit großen oder kleinen Figuren, ob mit modernen oder traditionellen Marienbildern: an jedem Punkt findet sich eine Blaskapelle ein, die unter oder auf (!) dem Bogen Marienlieder spielt. Die Häuser der Stadt – hunderte von ihnen sind denkmalgeschützt – sind mit roten Lampions, Bungen genannt, geschmückt.

Über den Autor

Franz-Josef Bode ist unser Bischof und Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz. Seit 2010, damals als erster deutscher Bischof, schreibt Bode in unserem Bistumsblog über Begegnungen und Gedanken aus seinem bischöflichen Alltag.

Die Menschen gehen bis in die Nacht durch die Stadt, besinnlich, im Gespräch und immer wieder innehaltend vor den Schaufenstern, in denen unterschiedliche Marienbilder, -darstellungen und -szenerien zu sehen sind. „Ich sehe dich in tausend Bildern“, hat der Lyriker Novalis (1772 bis 1801) einmal über Maria gesagt. Hier kommt einem dieser Vers in den Sinn. Und alle Generationen sind dabei. Auf diesem Weg darf auch der Besuch der „Glorreichen Jungfrau von Warendorf“ nicht fehlen, das Gnadenbild in der Laurentius-Kirche, mit hunderten von Lichtern umgeben.

Der Samstagabend begann mit einer großen Eucharistiefeier, in der heimische Musiker die Krönungsmesse von Mozart spielten. Großartig! Am Sonntag war dann nach dem Gottesdienst eine Prozession durch die so schön hergerichtete Stadt. Leider wegen des Regens verkürzt.

Oft wird vom Ende der Volkskirche gesprochen. Daran ist auch vieles richtig. Aber auch in Warendorf ist etwas lebendig, das man nicht als Folklore oder Nostalgie abtun kann. Es ist die echte Freude über eine Frau, die aus der Niedrigkeit erhoben ist in das Leben Gottes. Maria ist für unendlich Viele auch heute – oder gerade heute – ein Zeichen geerdeter Hoffnung auf den Himmel für alle.

Nicht zuletzt solche Erfahrungen lassen unsere Kirche und das Katholische immer noch liebenswert erscheinen.

 

Ein Kommentar zu “Maria als Zeichen der Hoffnung

  1. 👍
    Sehr oft gehe ich in den Dom (auch) zur hl. Messe. Ich vermisse die Marienlieder; selbst an den Marien-Festtagen werden vielleicht nur 1, manchmal “sogar“ 2 Lieder gesungen. Manchmal denke ich, einige genieren sich (…) bei Marienverehrung.
    Schade, dass man dann in einen Wallfahrtsort fahren muss.

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