Medien und Familienleben
Tablet, Smartphone, Spielkonsole – die Knackpunkte sind immer dieselben: was, ab wann und wie lange? Glücklicherweise ist auch die Antwort auf die meisten Fragen dieselbe: Kein Gerät und keine Anwendung ist per se schädlich für die Entwicklung Heranwachsender, aber Eltern sollten ihre Kinder bei der Nutzung begleiten. Das heißt zum einen, ihnen Freiräume zu geben, zum anderen aber auch, sie für Gefahren zu sensibilisieren. Konkret empfehlen die Experten:
- Sich für das interessieren, was Kinder und Jugendliche interessiert, mit ihnen gemeinsam Spiele und Apps ausprobieren und zusammen Spaß haben mit den vielfältigen Möglichkeiten und Erfahrungen. Denn was Heranwachsende mit Medien machen, ist ein prägender Teil ihres Lebens – das darf Eltern nicht egal sein! Natürlich kann man nicht alles mitbekommen, aber die bekanntesten Apps – TikTok, Snapchat, YouTube, Instagram – und ein paar Spiele – Roblox, Fifa, Minecraft, Fortnite, Brawl Stars – sollten Eltern zumindest grob kennen. Nur dann kann man gemeinsam überlegen: Was ist sinnvoll, was ist Quatsch, was ist aus welchen Gründen im Moment noch nicht erlaubt.
- Zusammen üben: Nicht jeden Link anklicken, nicht jede Kontaktanfrage annehmen, sichere Passwörter erstellen, Cookies ablehnen, Privatsphäre-Einstellungen vornehmen – all das können Kinder nur lernen, wenn sie gemeinsam mit Erwachsenen im Netz unterwegs sind, die sich damit auskennen.
- Mit Kindern über die Gefahren von Games, Chats und Social Media sprechen, zum Beispiel über Hass im Netz, Online-Sucht, Betrug und Fake News. Dabei sollten Eltern ihren Kindern vermitteln, dass sie jederzeit um Rat und Hilfe bitten können – auch und besonders, wenn sie mal Regeln gebrochen oder einen Fehler gemacht haben!
- Den Zugang sinnvoll regulieren. Dazu gehört zum Beispiel, Bildschirmzeiten und Nutzungsregeln zu vereinbaren. Außerdem sollten Schutzeinstellungen von Geräten und in Anwendungen aktiviert werden, so dass z.B. Apps nicht ohne Erlaubnis der Eltern heruntergeladen werden können oder so, dass In-App-Käufe verhindert werden. Schritt für Schritt können diese Regeln gelockert werden, denn es geht nicht nur um Kontrolle, sondern auch darum, dass Heranwachsende lernen, sich selbst sicher im Netz zu bewegen.
- Dranbleiben: Medienerziehung ist ein kontinuierlicher Prozess. Ähnlich wie Kinder Fahrrad fahren lernen – erst mit Stützrädern und mit Begleitung, dann immer weitere Strecken alleine – braucht auch das Lernen im Internet Zeit. Deswegen: Immer wieder nachfragen und mitmachen; auch für Eltern gibt’s im Internet noch einiges zu entdecken.