Handypfand jetzt!
Geschätzt 200 Millionen Handys verstauben in Schubladen in deutschen Haushalten oder landen im normalen Hausmüll, sagt das katholische Hilfswerk missio und fordert ein gesetzliches Pfandsystem für Mobiltelefone. Dadurch soll ein finanzieller Anreiz entstehen, alte Geräte zurückzugeben, damit sie recycelt werden können. Denn: Die Handys sind echte Schatzkisten und könnten die Welt ein wenig besser machen, wenn sie zurück in den Wirtschaftskreislauf kommen.
Laut missio ist Deutschland bei vielen Rohstoffen wie seltenen Erden und Edelmetallen stark abhängig von Importen. In Ländern wie Ghana und der Demokratischen Republik Kongo würden Arbeiter in Minen ausgebeutet, um diese Rohstoffe zu beschaffen. Die Rückgewinnung solcher Stoffe aus alten Geräten trage somit zur Verhinderung moderner Sklaverei bei und auch dazu, Deutschland weniger abhängig von unsicheren und teils unseriösen Lieferketten zu machen.
Außerdem würde ein Handypfand helfen, illegale Entsorgungen und Exporte zu reduzieren. „Unser Elektroschrott darf nicht zu Umweltzerstörung und gesundheitlichen Schäden im globalen Süden führen“, sagt auch Karin Schuld. Sie ist missio-Referentin im Bistum Osnabrück und Geschäftsführerin der Kommission für Mission, Entwicklung und Frieden. Es gelte, Brände und austretende giftige Flüssigkeiten, die durch Elektroschrott auf Müllkippen entstehen, nachhaltig einzudämmen bzw. zu verringern.
Weitere Infos
- Hier geht’s zur Petition für ein Handypfand.
- Selbst auch noch ein altes Handy in der Schublade? Hier erfahren Sie mehr zum Recycling.
- Mehr über die Auswirkungen des weltweiten Elektroschrotts können Sie hier auf der Internetseite von missio lesen.
Seit über zehn Jahren sammelt missio gespendete alte Mobiltelefone, damit diese zertifiziert recycelt werden können. Doch das reiche nicht, so Schuld. „Wir benötigen eine politische Lösung, damit die Berge von Elektroschrott nicht weiterwachsen. Es geht dabei nicht nur um Umwelt- und Ressourcenschutz, sondern auch um strategische Souveränität, Sicherheit und globale Gerechtigkeit.“
In den vergangenen Jahren gab es bereits politische Diskussionen über die Einführung eines Handypfands und eine mögliche Pfandhöhe. Die Vorschläge dafür lagen in den meisten Fällen zwischen 10 und 25 Euro. Um politische Beschlüsse zu einem Handypfand voranzutreiben, hat missio jetzt eine Petition mit Forderungen an Bundesumweltminister Carsten Schneider gestartet, die Sie hier digital unterzeichnen können.