Rudolf Englert im Forum am Dom
Für den 1921 in Duisburg geborenen Künstler Rudolf Englert war die Auseinandersetzung mit schriftartigen Reihungen von Zeichen und Symbolen das Leitthema seines Werkes. Das Diözesanmuseum erinnert zum 30. Todestag Englerts mit einer Ausstellung im Forum am Dom an den Maler und Grafiker.
Ausgehend von Strichfolgen entwickelten sich seine dem Informel zuzurechnenden Arbeiten über Schrift und schriftähnliche Zeichen, teils in Kombination mit weiteren Elementen wie Punkten, hin zum Schlaufenmotiv, in dem er die höchste Verdichtung seines künstlerischen Ausdrucks sah. Für den Rückblick auf den in Osnabrück und Ostercappeln wohnenden Künstler wurden sieben Werke seines späteren Schaffens ausgewählt, die in den Wochen vor Ostern zur Auseinandersetzung mit Themen wie Tod und Leben, Existenz, Botschaft, Verborgenheit und Offenbarung, Hoffnung, Freude, Licht einladen.
Dabei präsentiert die Blickpunkt-Vitrine im Forum am Dom zwei Acrylglasarbeiten, die unterschiedliche Werkphasen abbilden. Die eine Arbeit fügt mehrere, mit Punkten und Farbtupfen gestaltete Plexiglasscheiben zu einem Bildkörper zusammen, in dessen Tiefendimension die Inhalte zu schweben und aufzusteigen scheinen. Der andere Acrylglasblock zeigt auf allen Seiten runenartige Schriftreihen, die magisch immateriell ihre rätselhafte Botschaft aufscheinen lassen. Auf einem darüber ausgestellten Gemälde sind vier Blätter so aufgeklebt, dass der Raum zwischen ihnen eine Kreuzform ergibt. Sie wird hinterfangen durch ein den Rahmen sprengendes, dynamisches Schlaufenmotiv, das hier durchaus in einem österlichen Zusammenhang gesehen werden kann. Während Kreuz und zusätzliche rötliche Kringel eher an Passion denken lassen, wirkt die Schlaufe wie ein himmlisches Lebenszeichen.
Stimmungen von Aschermittwoch und Fastenzeit
Im Forum selbst fällt der Blick des Betrachtes auf ein großformatiges in braunen Tönen gehaltenes Schlaufenbild, mit dem die Kuratoren Stimmungen von Aschermittwoch und der Fastenzeit aufnehmen. Die in helleren Tönen gehaltenen Schlaufen scheinen aus dem Dunkeln zu kommen, wobei ihnen eine geheimnisvolle Aura innewohnt.
Abgerundet wird die kleine Schau durch zwei kleinere Bilder, die – einmal auf dunklem Grund und einmal auf hellem Grund – das Wort „Tod“ variieren, während am oberen Bildrand die Schriftzeichen besonders kreuzartig wirken. Im Zusammenspiel erscheinen die geradezu komplementär gestalteten Arbeiten wie zwei Seiten einer Medaille, die den Tod sowohl als das Ende wie den Anfang deutet und damit erneut die Brücke zum Osterfest schlägt.
Diese soll zwei Wochen vor Ostern noch einmal unterstrichen werden, indem das große Schlaufenformat an der Stirnwand gegen ein vor allem in Gelbtönen gehaltenes Pendant ausgetauscht wird. Damit wechselt der Grundduktus der Ausstellung deutlich zum Thema der Auferstehung, die in der Osternacht gefeiert wird. Die Schau läuft bis zum 3. Mai 2019.
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