Schön, dass du da bist

zwei Menschen mit gefalteten Händen
Bild: unsplash.com, Priscilla Du Preez

Aus dem Krankenhaus erreichte mich vor kurzem ein Anruf mit der Bitte um seelsorgliche Begleitung. Vor Ort auf der Intensivstation erfuhr ich von der Krankenschwester, dass ein Patient notoperiert werden muss und dass es ihm sehr schlecht gehe. Für die Ehefrau war dies eine schwierige Situation und sie brauchte einen Seelsorger an ihrer Seite.

Normalerweise bete ich unter solchen Umständen zusammen mit den Angehörigen für den Patienten und mit den Patienten. Manche bitten um Krankensalbung oder die Hl. Kommunion, manche möchten beichten oder bitten um Segnung.

In diesem Fall war es ganz anders. Die Ehefrau wurde ins Wartezimmer geschickt und ich habe sie begleitet. Sie war sehr unruhig und hatte große Angst. Ein Gespräch war nicht möglich, denn in ihrer Not weinte die Frau unaufhörlich. So saß ich einfach schweigend neben ihr. Als ich bemerkte, dass sie ihre Papiertaschentücher aufgebraucht hatte, gab ich ihr meine Tempos, die ich zufällig in der Tasche bei mir hatte.

Nach einer Stunde kam der Arzt zu uns und teilte uns mit, dass die OP gut verlaufen sei. Die Frau bekam etwas zu trinken und sprach noch mit dem Arzt. Für mich war es Zeit, zu gehen. Noch bevor ich mich verabschieden konnte, kam die Ehefrau zu mir und sagte: „Schön, dass Sie da waren. Das hat mir geholfen.“

Über den Autor

Pater Theodore Kindo CMI kommt aus Indien und gehört zum indischen Karmeliter-Orden. Er lebt seit 15 Jahren in Deutschland und ist als Pfarrer in der Gemeinde St. Franziskus Bremen tätig. Seine Beiträge sind Alltagserfahrungen aus seinem Leben als Priester und Seelsorger.

Wie oft im Leben hören wir diesen Satz? Auf so vielen Plakaten lesen wir „Schön, dass du da bist“ und „Schön, dass es dich gibt“.

Für mich hat dieser Satz eine besondere Bedeutung, wenn wir im Familiengottesdienst oder im Kindergarten zur Begrüßung das Lied singen: „Hallo! hallo! Schön, dass du da bist.“

Bei Trauergesprächen höre ich viele Male von den Angehörigen, wenn z.B. die Mutter gestorben ist: „Sie war immer da!“ oder „Sie war immer da, wenn wir sie brauchten.“ oder auch „Meine Mutter war immer da für uns.“

Es tut uns gut, wenn jemand zu uns sagt: „Ich bin für dich da.“

Und tatsächlich ist dies der Name, das Wesen Gottes: „Ich bin da!“

Jesus ist Immanuel, er ist mit uns und unter uns und er ist immer da.

Vielleicht lässt sich der Glaube auf diese einfache Formel bringen.

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