Sommer, Sonne, Kirche? Ja, das passt durchaus zusammen! Und zwar nicht nur, weil sich in Kirchen an heißen Tagen immer ein schattiges Plätzchen finden lässt, sondern auch, weil es im Sommer rund um den Kirchturm viele spannende Termine und Aktionen gibt, bei denen man Gemeinschaft und Glaube mal ganz anders erleben kann als üblich …

In Osnabrück hat beispielsweise die Sommerkirche Tradition: Bullipilgern, Motorradwallfahrt, ein Strandgottesdienst mit Sand in der Kirche – die Pfarrei Christus König bietet jedes Jahr zur Sommerzeit eine Reihe von Veranstaltungen, die Menschen auf ungewöhnliche Art und Weise miteinander in Verbindung bringen: „Wir hatten Lust, einfach mal Dinge zu probieren, die stutzig machen, die in die Tiefe gehen, wo Menschen denken: Oh, das kann auch Kirche sein?“, erzählt der pastorale Koordinator Dirk Schnieber. Aus einer fixen Idee wurde ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Pfarrgemeinderat und vielen anderen Menschen aus der Gemeinde – hier geht’s zum aktuellen Programm.

Ähnliche Erlebnisse machen seine Kolleginnen und Kollegen in anderen Stadtvierteln: Rund um die Kirche St. Barbara wird im Sommer beispielsweise ein Biergarten eröffnet, inzwischen zum fünften Mal in Folge.
In der Kirchengemeinde Heilig Kreuz gibt es schon seit einigen Jahren ein Sommercafé, mit kulturellen, meditativen, geselligen und musikalischen Angeboten für Klein und Groß. 2026 lautet das Motto „In den Bergen“ – geplant sind unter anderem ein „Jodeldiplom“ und Alphornblasen. Außerdem wird in dieser Gemeinde im Sommer wieder die Kugel rollen: Auf der Bügelbahn neben der Kirche, die als Treffpunkt für Menschen aus dem Viertel dient.
Gemeinschaft feiern
Auch im Kirchenschiff Nordhorn, gleich gegenüber der Kirche St. Augustinus, wird’s an schönen Sommerabenden gesellig: Dann gibt’s im hauseigenen Garten Veranstaltungen für alle, die den Feierabend in netter Gesellschaft verbringen wollen – mal mit Cocktail, mal mit Musik oder einer Lesung, auf jeden Fall aber immer mit Raum für Gespräche und Begegnung.

Menschen zusammen zu bringen und Gemeinschaft zu feiern ist eine der Kernkompetenzen des Kirchenschiffs. Das Haus in der Nordhorner Innenstadt ist eine Einrichtung der Citypastoral, eine Anlaufstelle für Touristen, Passantinnen und Einheimische, die Gespräche, Informationen oder einen Ort für eine Pause suchen. „Unsere Tür ist einfach offen und die Menschen kommen rein, um sich das schöne alte Haus anzuschauen, einen Kaffee zu trinken, Zeitung zu lesen oder etwas zu fragen“, erklärt Leiterin Katharina Engelen das Konzept.

Neben Veranstaltungen bietet das Kirchenschiff z.B. auch die Möglichkeit, Kanus auszuleihen, um über die nahe gelegene Vechte zu paddeln. Gemeinsam mit ihrem Kollegen und vielen Ehrenamtlichen kümmert sich Engelen um die Anliegen der Menschen, hört zu und hilft weiter. Aus Erfahrung weiß sie: „Viele freuen sich, dass hier jemand ist, der Zeit zum Reden hat. Dabei geht es nicht immer um große Themen, sondern oft auch einfach um nette Gesellschaft.“
Engelen und ihr Team möchten mit Veranstaltungen, der Möglichkeit zur Begegnung und spirituellen Impulsen Gott mitten im Alltag erlebbar machen. Die Leiterin des Kirchenschiffs erzählt: „Wir kommen oft in Kontakt mit Menschen, die nicht jeden Sonntag in die Kirche gehen oder die kirchenkritisch sind, die aber trotzdem eine Sehnsucht haben nach Gott und den Wunsch nach Spiritualität.“
Weitere Infos
- Lust auf einen Autoscooter-Gottesdienst, eine biblische Fahrradtour oder Yoga in der Kirche? Diese und weitere Termine für den Sommer finden Sie hier im Kalender.
- Über Sommerkonzerte auf dem Friedhof in Melle-Wellingholzhausen berichtet hier der Kirchenbote.
- Auch in Ihrer Kirchengemeinde gibt es vielleicht im Sommer spannende Veranstaltungen – schauen Sie doch einfach mal auf die Internetseite Ihrer Gemeinde!
Einen Raum dafür öffnet das Kirchenschiff jetzt im Sommer auch bei einer Foto-Safari mit dem Titel „Gott in Nordhorn“. Für die Veranstaltung braucht es keine Vorkenntnisse, nur ein Handy zum Fotografieren und Lust darauf, die Stadt mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Wer mag, kann dabei Spuren von Gott an neuen Orten entdecken. „Wir sind nicht nur im Kirchenschiff präsent, sondern nutzen auch andere Chancen, Gottes gute Botschaft mit kreativen Aktionen zu verbreiten“, so Engelen. Beispiele dafür fallen ihr einige ein: eine Liebesbrief-Aktion zum Valentinstag auf dem Wochenmarkt, das Verteilen von Hoffnungslichtern auf dem Weihnachtsmarkt und die Aktion „Popwords“, bei der Popcorn-Tüten mit Bibelsprüchen in der Fußgängerzone verschenkt wurden. „So kann man das Evangelium auch mal unter die Leute bringen“, sagt Engelen schmunzelnd.
Beten mit Meerblick
Mit Worten aus der Bibel sind auch die Kirchengemeinden an der Nordseeküste und auf den Ostfriesischen Inseln unterwegs, im Sommer natürlich vor allem am Strand. Julia Kampsen koordiniert die Seelsorge am Meer und gehört zum ökumenischen Team von „Kirche am Strand“ in Norden und Norddeich. Sie weiß: Gerade im Urlaub sind viele Menschen offen für spirituelle Angebote: „Losgelöst vom Tagesgeschäft ist hier wieder Zeit zum Atemholen und Auftanken; Zeit für mich, für die anderen, für Gott. Das nehmen viele Menschen dankbar an.“ Deswegen lädt sie im Sommer zum Beispiel zu „Watt für die Seele“ ein – das sind Strandwanderungen mit Impulsen zur geistlichen Erfrischung.

Rund um den ökumenischen Kirchenstrandkorb in Norddeich gibt’s aber noch viel mehr zu erleben – das komplette Programm kann hier heruntergeladen werden. Grundsätzlich gilt: immer wenn die Flagge gehisst ist (bei gutem Wetter meist dienstags und donnerstags ab 15.30 Uhr, aber oft auch zusätzlich an anderen Tagen und zu anderen Zeiten) sitzen Julia Kampsen und ihre Kolleginnen und Kollegen aus dem ökumenischen Team hier und sind für alle da, die eine Frage haben oder einfach mal über Gott und die Welt sprechen möchten. Darüber hinaus gibt’s regelmäßig eine Kinderkirche am Strand, Familien können sich eine (Überraschungs-)Tüte für den Urlaub abholen oder den Tag beim Sundowner mit Musik ausklingen lassen.

Hintergrund
Mit Blick auf die Zukunft fördert das Bistum Osnabrück unter anderem Projekte, mit denen die gute Botschaft Gottes verkündet wird. Weitere Infos zum Transformationsprozess gibt es hier.
Kampsen findet: Meer und Kirche, das passt gut zusammen! Sie schätzt es sehr, Angebote an diesem ganz besonderen Ort machen zu können, mittendrin in der Schöpfung: „So bekommt automatisch jeder Gottesdienst, jeder Abendimpuls, jede Kinderaktion ihren eigenen Charakter. Mal ist der Sand warm und weich, mal noch etwas regenfeucht. Mal ist Ebbe, mal Flut. Mal Sonne, mal Sturm. Schlechtes Wetter gibt es fast gar nicht. Die Umgebung fließt in die spirituelle Erfahrung ein.“ Schließlich gebe es mit Blick auf die Bibel ja auch reichlich passende Geschichten zur Auswahl: von der Sintflut über die vielen Ereignisse rund um den See Genezareth bis zum schattensuchenden Jona. „Nur bei der Bergpredigt müssen wir auf den Deich als Analogie ausweichen,“ meint Kampsen mit einem Augenzwinkern.