Sterne

Stern
Bild: unsplash.com, Feey

Wer in einer klaren Nacht hinaufschaut ins Himmelszelt, ist meist wie gebannt vom Glitzern und Blinken der Sterne. Das geht nicht nur uns heutzutage so – das Geschehen am Firmament hat Menschen aus allen Zeiten bewegt. Kein Wunder, dass Sterne und Planeten in früheren Zeiten Göttern gleichgesetzt wurden. Wie bei den Assyrern oder den Babyloniern – also den Völkern, die Nachbarn der Israeliten waren.

Das Alte Testament der Bibel hat dann aber die Sterne vom Himmel geholt und sie eingereiht: Seitdem gelten sie als Produkt von Gottes Schöpfung und nicht als göttergleiche Schöpfer selbst. Am vierten Tag schuf Gott die Sterne, heißt es in der Schöpfungsgeschichte (Genesis 1,16). Sterne haben aber trotzdem noch ihren Platz im Alten Testament – beispielsweise, wenn Gott Abraham verspricht, seine Nachkommen werden so zahlreich wie die Sterne.

Die Faszination für Sterne zieht sich dann auch in die Weihnachtsgeschichte: Man denke an die Sterndeuter, die ihrem Stern bis zur Krippe in Bethlehem folgten. Diesen Stern hat es so wohl nicht gegeben. Er besitzt aber eine hohe symbolische Bedeutung: Der Himmelskörper sei ein Bild dafür, dass in Israel der Messias zur Welt komme, der das Heil für alle Menschen bringe, eben auch für die heidnischen Sterndeuter aus dem Morgenland, sagt der Theologe Thomas Söding: „Der Stern zeigt, dass es eine Verbindung zwischen Himmel und Erde gibt.“

Auch abseits der Bibel versprühen Sterne viel Symbolik: Sterne stehen für Hoffnung, Führung, Licht, Glück, Erfolg und Wertschätzung – man denke an die begehrten Sterne, die an Hotels oder Restaurants vergeben werden. Alles also prima Eigenschaften – wer unter einem guten Stern steht, dem kann so schnell nichts Schlimmes passieren. Und selbst wenn ein Stern als Schnuppe vom Himmel fällt, kann er so immer noch zum Wunscherfüller werden …

Mit einem Stern in Verbindung gebracht wird deshalb auch immer wieder die Gottesmutter Maria. „Meerstern, ich dich grüße, o Maria, hilf“, heißt es in einem Kirchenlied (GL 524), die Seemannsmission in der Nähe von Bremen heißt „Stella Maris“ und auf der Insel Borkum gibt es sogar eine katholische Kirche namens „Maria Meeresstern“. Maria symbolisiert den rettenden Stern, der den Seeleuten die Richtung weist. Diese blickten vor allem zu früheren Zeiten in den Nachthimmel, um auf dem Ozean navigieren zu können – aber auch sie hatten sicher einen Blick übrig, für die Schönheit der Sterne.