Träumende auf der Flucht

Kamel vor Sonnenuntergang
Bild: AdobeStock.com, Nayan Photography

Als die Sterndeuter wieder gegangen waren, siehe, da erschien dem Josef im Traum ein Engel des Herrn und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten. Da stand Josef auf und floh in der Nacht mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten.

Matthäus 2,13-14

Eine Heilige Familie.
Die Familie, die mir heilig ist. Keine heile Familie.
Auf der Flucht.
Familienidylle? – Fehlanzeige.

Portraitbild in rund von Matthias Hartl
Das Bibelfenster

Hier kommentieren jede Woche Menschen aus dem Bistum Osnabrück eine Bibelstelle aus einer der aktuellen Sonntagslesungen – pointiert, modern und vor allem ganz persönlich.

Haben Sie eine Frage? Eine ganz andere Idee zum Thema? Oder möchten das Bibelfenster als kostenlosen Newsletter abonnieren?

Dann schreiben Sie uns!
An bibelfenster@bistum-os.de

Gott wurde Mensch. In Armut.
Ein Flüchtlingskind.
Jesus, Maria und Josef: von Anfang an alles andere als ein Idyll.
Keine Ruhe, keine Eingewöhnung. Kein fester Platz.

Die Stimmung? – So gar nicht weihnachtlich, oder?
Eine friedensbedrohliche Situation.
Geboren in einer Futterkrippe, aufgescheucht von der Angst um das Leben.
Weiter in die Fremde getrieben.
Geschützt von einem Engel, der dem Träumer Josef Gottes Führung offenbart.
Ein Traum, der rettet?

Eine Flucht bei Nacht und Nebel.
Keine Zeit für Familie, Ruhe und Stillen.
Kein „Schlaf in himmlischer Ruh“.
Eine Flucht in das Land, in dem Israel unter dem Pharao litt.

Keine Geschichte fernab von Zeit und Raum.
Das Kind lebt in unserer Zeit. In unserer Welt.
In einer Welt voll Unmenschlichkeit und Isolation.
Maria, Josef und Jesus: einzigartig solidarisch.
Mit allen Vertriebenen und Flüchtlingen, mit allen um ihre Zukunft betrogenen Kindern.
Träumende auf der Flucht, die mir Gottes Botschaft bringen.
Gestern, heute und auch morgen.

Sie fragen auch mich:
Finden wir eine Herberge bei dir?
Stelle ich mich dieser Frage, oder weiche ich aus?
Die Heilige Familie ist angekommen.
Und doch: Sie begegnet mir auch heute in über 122 Millionen Menschen weltweit.
In all diesen Menschen ist es Jesus, der mich fragt:
Finde ich eine Herberge bei dir?

Matthias Hartl

Denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben.

Jeremia 29,11