Wallfahrt nach Rulle

Pilger bei Wallfahrt nach Rulle
Sie beten mit den Füßen: die Pilger auf ihrem Weg nach Rulle. Bild: Hermann Haarmann

Rulle ist einer der großen Wallfahrtsorte im Bistum Osnabrück und das schon seit über 650 Jahren. Immer im Frühsommer findet die traditionelle Männerwallfahrt nach Rulle statt. Mehrere hundert Menschen pilgern dann zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Wallfahrtkirche St. Johannes Apostel und Evangelist.

Wohin?

Zum „kostbaren Blut“ und zur „schmerzhaften Mutter“ in Rulle.

Wann?

Die nächste Wallfahrt findet statt am 27. Mai 2018.

Weitere Infos

2017 erscheint eine überarbeitete Auflage des Ruller Wallfahrtsbuches. Ein Arbeitskreis hat die Lieder und Gebete des bisherigen Buchs aus dem Jahre 1995 überarbeitet und mit zeitgemäßen Texten und Liedern erweitert. Das Buch wird am 11. Juni an alle Teilnehmer vor Ort ausgeteilt, damit es direkt genutzt werden kann!

Wie viele Pilger?

Einige Hundert.

Ablauf der Wallfahrt

Um 6 Uhr beginnt der Pilgerzug am Osnabrücker Dom. Danach gibt es weitere Starts an verschiedenen Orten (beispielsweise Haste, Icker, Bramsche und Hollage). Auch mit dem Fahrrad kann gepilgert werden. Um 8.30 Uhr findet das Pilgerhochamt an der Kirche St. Johannes Apostel und Evangelist in Rulle statt. Danach gibt es Frühstück und Pilger haben Zeit zum persönlichen Gebet. Die Wallfahrt endet am späten Vormittag mit einem Abschlussgebet und einem sakramentalen Segen.

Pontifikalhochamt Wallfahrt Rulle
Vor der Kirche St. Johannes Apostel und Evangelist findet der Gottesdienst der Ruller Männerwallfahrt statt. Bild: Hermann Haarmann

Geschichte der Wallfahrt

In Rulle wurde im Jahre 1246 ein Zisterzienserinnenkloster zwischen Kirche und Quelle gebaut. Es erhielt den Namen „Marienbrunn“ und bestand bis 1802. Die „Heilig-Blut-Wallfahrt nach Rulle“ geht auf eine Legende zurück, nach der im Jahre 1347 aus dem Kloster eine Dose mit konsekrierten Hostien und Schmuck, der für die Anfertigung einer Monstranz geschenkt worden war, gestohlen wurde. Bald darauf fand man in der Nähe des Klosters die Dose mit jetzt fünf blutenden Hostien in einem blutbefleckten Tuch wieder. Die an dieser Stelle errichtete Wallfahrtskapelle wurde zum Ziel vieler Pilger, denen die eucharistische Verehrung stark am Herzen lag.

Links

Um 1720 wurde für Rulle zudem eine Pieta geschaffen, die seitdem ebenfalls viele Pilger anzieht. Die Mitte dieses Bildes ist das Herz Jesu, das geöffnet wurde zum Heil für die Menschen. Maria trägt den Leichnam ihres Sohnes auf ihrem Schoß. Sie ist die Schmerzensmutter, die nach Gottes Plan mitwirkte beim Werk der Erlösung. Durch die vom Zisterzienserorden besonders gepflegte Marienverehrung kam es so dazu, dass neben die Heilig-Blut-Wallfahrt noch eine Wallfahrt zur „schmerzhaften Mutter“ von Rulle trat.