Wallfahrt nach Rulle

Pilger bei Wallfahrt nach Rulle
Sie beten mit den Füßen: die Pilger auf ihrem Weg nach Rulle. Bild: Hermann Haarmann

Rulle ist einer der großen Wallfahrtsorte im Bistum Osnabrück und das schon seit über 650 Jahren. Immer im Frühsommer findet die traditionelle Männerwallfahrt nach Rulle statt. Mehrere hundert Menschen pilgern dann zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Wallfahrtkirche St. Johannes Apostel und Evangelist.

Wohin?

Zum „kostbaren Blut“ und zur „schmerzhaften Mutter“ in Rulle.

Wann?

Weitere Infos

Am Sonntag, den 16. Juni 2019 startet die 86. Männerwallfahr nach Rulle um 6 Uhr am Dom in Osnabrück oder um 6:45 Uhr ab Christus König Haste. Der Wallfahrtsweg führt durchs Nettetal und wird begleitet von Bischof Franz-Josef Bode. Er feiert um 8.30 Uhr am Außenaltar den Festgottesdienst. Das Motto der Wallfahrt lautet „Herr zu wem sollen wir gehen?“. Eine weitere Pilgergruppe startet um 7 Uhr in Icker. Verschiedene Fahrrad-Pilgergruppen beteiligen sich ebenfalls. Startpunkte hierfür sind: 5.45 Uhr St.-Johannes-Kirche, Alfhausen;  6.00 Uhr St.-Laurentius-Kirche, Neuenkirchen-Bramsche; 7.00 Uhr jeweils: Dom Osnabrück; St.-Martinus-Kirche, Bramsche; 7.30 Uhr: St.-Josef-Kirche, Hollage. Nach dem Gottesdienst gibt es ein gemeinsames Frühstück im Johannishaus. Nach der Abschlussandacht mit Eucharistischem Segen um 11:30 Uhr in der Kirche in Rulle geht es per Bus zurück zu den Ausgangsorten.

Wie viele Pilger?

Einige Hundert.

Ablauf der Wallfahrt

Um 6 Uhr beginnt der Pilgerzug am Osnabrücker Dom. Danach gibt es weitere Starts an verschiedenen Orten (beispielsweise Haste, Icker, Bramsche und Hollage). Auch mit dem Fahrrad kann gepilgert werden. Um 8.30 Uhr findet das Pilgerhochamt an der Kirche St. Johannes Apostel und Evangelist in Rulle statt. Danach gibt es Frühstück und Pilger haben Zeit zum persönlichen Gebet, zur Beichte und Begegnung. Die Wallfahrt endet am späten Vormittag mit einem Abschlussgebet und einem Segen.

Geschichte der Wallfahrt

Pontifikalhochamt Wallfahrt Rulle
Vor der Kirche St. Johannes Apostel und Evangelist findet der Gottesdienst der Ruller Männerwallfahrt statt. Bild: Hermann Haarmann

In Rulle wurde im Jahre 1246 ein Zisterzienserinnenkloster zwischen Kirche und Quelle gebaut. Es erhielt den Namen „Marienbrunn“ und bestand bis 1802. Die „Heilig-Blut-Wallfahrt nach Rulle“ geht auf eine Legende zurück, nach der im Jahre 1347 aus dem Kloster eine Dose mit konsekrierten Hostien und Schmuck, der für die Anfertigung einer Monstranz geschenkt worden war, gestohlen wurde. Bald darauf fand man in der Nähe des Klosters die Dose mit jetzt fünf blutenden Hostien in einem blutbefleckten Tuch wieder. Die an dieser Stelle errichtete Wallfahrtskapelle wurde zum Ziel vieler Pilger, denen die eucharistische Verehrung stark am Herzen lag.

Um 1720 wurde für Rulle zudem eine Pieta geschaffen, die seitdem ebenfalls viele Pilger anzieht. Die Mitte dieses Bildes ist das Herz Jesu, das geöffnet wurde zum Heil für die Menschen. Maria trägt den Leichnam ihres Sohnes auf ihrem Schoß. Sie ist die Schmerzensmutter, die nach Gottes Plan mitwirkte beim Werk der Erlösung. Durch die vom Zisterzienserorden besonders gepflegte Marienverehrung kam es so dazu, dass neben die Heilig-Blut-Wallfahrt noch eine Wallfahrt zur „schmerzhaften Mutter“ von Rulle trat.