Unser großes Zeltlager ABC

Bild: www.unpslash.com, Janko Ferlic

Natur, Gemeinschaft, Abenteuer und viel Spaß, darauf können sich Zehntausende Kinder im Bistum freuen, die jetzt in den Sommerferien ins Zeltlager fahren. Was sie dort erwartet und was dort so passiert, erfahren Sie hier bei unserem ultimativen Zeltlager ABC. Von A wie Andromeda bis Y wie Yline.

A wie ANDROMEDA
Die Andromeda ist eines der 48 klassischen Sternbilder der Antike. Es besteht aus einer Kette von vier Sternen, drei davon stehen auf einer Linie. Wer schon einmal auf einem Zeltlager war, kennt dieses wunderbare Gefühl, nachts in den Sternenhimmel zu schauen. Und wer da Sternenbilder kennt, ist klar im Vorteil.

B wie BANNER
Was für Gollum in „Herr der Ringe“ sein goldener Ring, das ist das Banner am Mast für einen waschechten Zeltlagerteilnehmer. Um das Banner vor nächtlichen Überfällen zu schützen, nimmt man gerne Schlafmangel (siehe T) in Kauf. Wer es als Überfäller trotzdem schafft, das Banner zu klauen, dem winken Ruhm und Ehre. Und Jahre später wird man am Lagerfeuer Geschichten über sein damaliges Husarenstück erzählen.

C wie CULICIDAE
Die Culicidae, auch bekannt unter dem Namen Stechmücke, ist häufig Gast bei Zeltlagern. Vor allem die weiblichen Vertreter sind aber reichlich unwillkommen. Sie sind es nämlich, die den ehrlichen Zeltlagerteilnehmern das Blut aussagen.

D wie DUSCHEN
Duschen und Zeltlager ist keine gewachsene Liebesbeziehung. Vielerorts gibt es deshalb feste Duschintervalle, in denen geduscht werden muss, um diese Beziehung und den Körper zu pflegen. Warmduscher gibt es dabei selten bei Zeltlagern. Was vor allem daran liegen mag, dass es oft überhaupt kein warmes Wasser gibt.

E wie ESSEN
Neben netten Teamern und gutem Wetter ist das Essen der entscheidende Faktor für eine gute Stimmung auf dem Zeltlager. Schmeckt das Essen, scheint die Sonne in den Herzen. Ein Hoch auf alle Küchenzeltmitarbeiter!

F wie FUNZEL
„Mach die Funzel aus!“, was so viel heißt, wie „Mach die Taschenlampe aus“, ist ein Spruch, den man auf Zeltlagern häufig hört. Meistens aus dem Mund der Betreuer, wenn in irgendeinem Zelt noch die Taschenlampen leuchten, obwohl schon längst Schlafenszeit ist.

Ein Gottesdienst auf dem Zeltlager hat eine ganz besondere Atmosphäre, Bild: Daniel Gerber
Gottesdienst auf Zeltlager (Bild: Daniel Gerber)

G wie GOTTESDIENST
Das Gras unter den Füßen, die Bierbank unter dem Po und den Himmel und die Sonne über einem. Lagergottesdienste haben eine besondere Atmosphäre. Auch weil man sie mit den Menschen feiert, mit denen man intensive Tage voller Spaß und Gemeinschaft feiert. Das ist ein guter Grund, Gott zu danken.

H wie HAMMERRUNDE
An einem Tag im Zeltlager kann viel passieren. Deshalb gibt es mancherorts die sogenannte Hammerrunde: Jeder hat in dieser Runde die Möglichkeit etwas zum Tag zu sagen: Was fand ich Hammer? Was hat mir nicht so gut gefallen? Was wünsche ich mir für morgen? Ein schönes Ritual, das auf jeden Fall nachahmenswert ist.

I wie INSTRUMENT
Das klassische Instrument, das auf keinem Zeltlager fehlt: die Gitarre (siehe dazu auch L). Deutlich seltener sind dagegen Schlagzeuge und – trotz des kirchlichen Hintergrunds der Zeltlager – Orgeln.

J wie JURTE
Meistens schwarz ist die Jurte das kulinarische Epizentrum vieler Zeltlager: das Kochzelt. In der Jurte wird geschnippelt, gekocht und gebraten. Die Jurte ist das traditionelle Zelt der Nomaden in der Mongolei oder Kirgistan.

K wie KLODIENST
Die einen haben Dixi-Klos, die anderen heben Gruben aus und bauen ihr Klozelt darüber auf. Wieder andere haben einen Klowagen, manche haben gleich ein Waschhaus mit richtigen Toiletten. Egal ob edel oder naturverbunden: den Klodienst gibt es immer. Ist aber nicht so beliebt.

L wie Lagerfeuer
Ein Lagerfeuer ist fester Bestandteil eines guten Zeltlagers. Wenn man abends gemeinsam ums Lagerfeuer sitzt, Lieder singt, von der Gitarre begleitet, ist das echte Zeltlageratmosphäre. Tipp für Zeltlageranfänger: Zum Füße aufwärmen oder Schuhe trocknen sollten die Schuhe nie zu lange und zu nah ans Feuer gehalten werden. Auf Zeltlagern sind schon häufiger Sohlen ein bisschen angeschmolzen.

M wie Mumienschlafsack
Für viele ein wunderschönes abendliches Gefühl im Zelt: sich müde und erschöpft in seinen Schlafsack kuscheln. Wenn es dann noch ein Mumienschlafsack ist, in dem man sich vom Kopf bis zu den Zehen einmümmeln kann – herrlich. Umso schlimmer ist es dann, wenn man nach kurzer Zeit feststellt: Ich muss dringend aufs Klo.

N wie Nachtwache
Die Nachtwache ist sicherlich eines der Erlebnisse, die man ausschließlich auf einem Zeltlager haben kann. Die Anspannung bei jedem Rascheln der Bäume, bei jedem Schatten auf der Wiese: Kommen sie, die Überfäller? Und dann das Adrenalin, wenn die Rufe „Überfall“ durchs Lager schallen, und man versucht, die Eindringlinge zu fangen.

Lagerfeuer, (Bild: Daniel Gerber)
Ein Lagerfeuer gehört zu einem guten Zeltlager sicherlich dazu. (Bild: Daniel Gerber)

O wie Olympia
Während viele Kinder auf dem Zeltlager weilen, werden in Rio die Sportler um olympische Medaillen kämpfen. Sicherlich wird es auch auf zahlreichen Zeltlagern eine Olympiade geben, bei der die Kinder beim Kirschkernweitspucken, Teebeutelweitwurf oder bei der Dreibeinlaufstaffel um Gold, Silber und Bronze wetteifern.

P wie POST

Die Post ist da! Wenn es auf dem Zeltlager Post von daheim gibt, ist die Freude groß. Manchmal fließen auch ein paar Tränen, weil das Heimweh (siehe S) vielleicht gerade groß ist. Auf was man im Sommer bei der Post an die Kinder und Jugendlichen verzichten sollte: Schokolade.

 

Q wie QUERELEN
Auch die gibt es auf jedem Zeltlager. Weil der Zeltnachbar immer mit seinen dreckigen Schuhen über den Schlafsack des anderen geht. Weil sie nachts noch so lange im Zelt redet, während die anderen schlafen wollen. Oder weil er sich beim Mittagessen immer woanders hinsetzt. Ja so ein Zeltlagerleben ist auch kompliziert.

R wie REGENTROPFEN
Ganz klar: Niedersachsen ist nicht Kalifornien. Zeltlager ohne Regen sind sehr selten, regenfeste Kleidung deswegen zu empfehlen. Das Schönste am Regen: Wenn man glücklich und zufrieden im Schlafsack (siehe M) eingekuschelt daliegt und das Geräusch der Regentropfen hört, die auf die Zeltplane fallen.

S wie SCHWEIZER KRANKHEIT

Die Schweizer Krankheit tritt auf vielen Zeltlagern auf. Diese Krankheit beschreibt nichts anderes als Heimweh. Das Wort „Heimweh“ lässt sich erstmals 1651 in der Schweiz nachweisen, als es in einem Lexikon auftauchte. Der Name „Schweizer Krankheit“ kommt von den vielen im Ausland stationierten Schweizer Söldnersoldaten, die unter Heimweh litten.

T wie TONY WRIGHT
Tony Wright ist Brite und hält einen unglaublichen Weltrekord. Er blieb 266 Stunden wach. So krass ist der Schlafmangel auf Zeltlagern zum Glück nicht, aber er ist durch Nachtwachen, Überfälle, lange Partys durchaus vorhanden. Deswegen heißt es bei allen nach dem Zeltlager auch immer erst einmal: schlafen, schlafen, schlafen …

Banner, Bild: Gerber
Wichtig auf jedem Zeltlager: das Banner (Bild: Daniel Gerber)

U wie UNSTEN
Unsten ist Jugendsprache. Heißt so viel wie „sehr“. Ein Zeltlager ist also unsten gut. Oder unsten schade, dass es schon wieder vorbei ist. Oder das Essen auf dem Zeltlager ist unsten lecker. Oder die Abschlussparty war unsten cool.  Das Wort ist bezüglich eines Zeltlagers also unsten einsatzfähig.

V wie VERKEHRTE WELT
Sehr beliebt auf Zeltlagern sind Motto-Tage. Beispielsweise der Verkehrte Welt-Tag. An diesem Tag werden Jungs zu Mädchen und andersherum, Kinder zu Betreuern und umgekehrt. Ähnlich beliebt und verbreitet sind auch der Hotel-Day oder der Chill-out Tag.

W wie WASSERRUTSCHE
Das Thermometer zeigt 26 Grad, der nächste Badesee ist weit entfernt. Höchste Zeit, um bei einem Zeltlager die allseits beliebte Wasserrutsche aufzubauen. In Economy Zeltlagern werden dafür Kernseife, lange Plastikplanen und ein Wasserschlauch verwendet. First Class Zeltlager setzen dagegen auf gehobenere Alternativen. Beispielsweise die Wasserrutsche „Rave Sports Turbo Chute Water Slide“. Kostenpreis bei Walmart USA: schlappe 1699 Dollar.

X wie XIÈXIÈ

Xièxiè ist das chinesische Wort für Danke (auf die chinesischen Schriftzeichen haben wir hier verzichtet). Ein riesengroßes Dankeschön gilt all den engagierten Betreuern, Gruppenleiter, Helfern, die jedes Jahr mit unglaublich viel Begeisterung diese besonderen Tage für Zehntausende Kinder und Jugendliche möglich machen.

Y wie YLINE
Die Firma Yline produziert einen fünf auf neun Zentimeter großen Läusekamm. Kostet 1,89 Euro. Manche Eltern brauchen so einen Kamm nach dem Zeltlager. Und zwar dann, wenn das Telefon klingelt und es heißt: „Hast du schon gehört? Luisa hat Läuse.“ Schon vom Lesen dieser paar Zeilen juckt einem da doch der Kopf.

Z wie ZELTE
Alex, Tuareg, Sudan oder Sahara: Das sind die Namen der verschiedenen Modelle der weißen Großzelte, in denen die Kinder und Jugendlichen im Zeltlagern untergebracht sind. Was sich immer lohnt: Die Zelte vor dem Lager noch einmal gut imprägnieren.