10 Jahre „Citypastoral to go“

Forum am Dom, Kulturnacht
Bild: Forum am Dom

Im Februar 2018 feiert das Forum am Dom Geburtstag: Seit zehn Jahren sind die hellen Räumlichkeiten direkt neben dem Dom zu Osnabrück Anlaufstelle für Menschen jeden Alters und Glaubens, für Touristen, Seelsorgesuchende oder Passanten, die im Trubel der Stadt einfach mal kurz zur Ruhe kommen möchten. „Citypastoral“ nennt sich das Angebot, das es im Bistum ähnlich auch in Bremen, Meppen und Nordhorn gibt.

Die Arbeit im Forum am Dom wird ganz wesentlich von Ehrenamtlichen getragen. Sie beantworten Fragen aller Art: Wie finde ich einen Kita-Platz? Wann ist das nächste Domkonzert? Wo geht es zum Domschatz? Zusätzlich sind jederzeit Seelsorger anwesend, die sowohl für Glaubensfragen als auch für persönliche Probleme ein offenes Ohr haben.

Martin Bruns, Leiter des Forums, anlässlich des kleinen Jubiläums im Interview:

„Die Kirche muss dahin gehen, wo die Menschen sind.“ – Inwieweit gelingt das mit dem Forum am Dom?
Dazu möchte ich eine Zahl nennen: Gut 600.000 Besucher sind über die Jahre mit den verschiedensten Anliegen durch unsere Tür getreten. Die Hälfte unserer Besucher hat im Grunde sonst nichts mit Kirche zu tun. Diesen Erfolg haben wir durch unsere zentrale Lage zwischen Dom und Theater, unserer Kultur der offenen Tür, mit der wir die Menschen einladen, und dadurch, dass wir immer ansprechbar sind und zuhören. Wir verstehen das als unseren Service. Wir gehen aber auch direkt nach draußen, zu den Menschen; sei es mit Kunst- oder Filmprojekten in der Fußgängerzone oder auf dem Domhof. Das macht für uns Citykirche aus. Nicht nur zu warten, dass jemand kommt, sondern aktiv auf die Menschen zuzugehen. „Citypastoral to go“ sozusagen.

Weitere Infos zu Citypastoral-Angeboten im Bistum Osnabrück

… zur Kirche in Meppen

… zum Atrium Kirche in Bremen

… zum Kirchenschiff in Nordhorn

Was für Menschen kommen ins Forum am Dom?
Zu uns kommt ein bunter Mix der Gesellschaft, Menschen aller Couleur. Touristen, Museumsbesucher, Neugierige, Flanierende, Ratsuchende, Dombesucher – viele auch, die eigentlich nicht so in der Kirche zu Hause sind. Und es kommen auch Menschen, die wieder oder ganz neu Kontakt zur Kirche suchen. Sie finden bei uns Ansprechpartner und eine qualitativ hochwertige Begleitung.

Unsere Stoßzeiten sind klar am Wochenende, da kommen 50 Prozent unserer Besucher. Wenn der Markt ist oder die Leute alle in der Stadt zum Einkaufen sind, ist es auch hier oft richtig voll. Die restlichen 50 Prozent verteilen sich bunt gemischt auf die restlichen Wochentage.

Welche Anliegen haben die Besucher des Forums?
Manche kommen vorbei, um ein wenig zu verweilen, in aller Ruhe Zeitung zu lesen oder einen Cappuccino zu trinken. Viele kommen aber auch mit konkreten Fragen – sei es zum Dom, zum Museum oder zu den rund 100 Veranstaltungen, die hier jährlich stattfinden. Oft haben die Menschen aber auch allgemeine Fragen, suchen Rat in Glaubensfragen oder in persönlichen Belangen oder einfach jemanden zum Reden. Bei uns finden sie immer ein offenes Ohr und auf Wunsch Beratung. Es gibt hier eigentlich keine Frage, die es nicht gibt. So bunt wie das Leben sind auch die Fragen, die uns hier begegnen.

Before I die, Forum am Dom,Was war bisher aus persönlicher Sicht Ihr schönstes Erlebnis im Forum?
Das ist schwer zu sagen, da möchte ich mich gar nicht auf ein einziges Ereignis festlegen. Allgemein bereitet mir die Arbeit mit unseren Besuchern sehr viel Freude, ihnen ein offenes Ohr für ihre Fragen und Belange zu leihen. Eine starke Besucherorientierung und zuhörende Haltung ist hierbei immens wichtig. Konkret fallen mir hierbei die Kunstinstallation „Before I Die“ und das Kooperationsprojekt „Heimatsucher“ ein, wobei letzteres sich mit der Bedeutung von Vermittlung von Zeitzeugen beschäftigt hat. Bei beiden Anlässen hatte ich sehr interessante Gespräche mit Besuchern.

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Forums?
Noch mehr Mut zum Experiment. Ich glaube es stünde uns gut zu Gesicht, auch in der Pastoral Neues auszuprobieren, allgemein mutiger mit Ästhetik und Design umzugehen und beispielsweise mehr Humor zu zeigen. Raus aus dem Vertrauten der Kirche, hinauf auf die Plätze und hinein in die Passagen zu den Menschen. Der Auftrag der Kirche ist in meinen Augen zu inspirieren und Offenheit für die Anliegen der Menschen zu zeigen.