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Bild: Bistum Osnabrück

Jeden Sonntag kommentieren Menschen im Bibelfenster auf der Internetseite des Bistums Osnabrück eine Bibelstelle aus einer der aktuellen Sonntagslesungen – pointiert, modern und vor allem ganz persönlich. Für den Adventskalender 2017 hat Autorin Inga Schmitt ausnahmsweise ihre Gedanken zum aktuellen Fakt, statt zu einer Bibelstelle aufgeschrieben:

Am ersten Advent geht es in diesem Jahr beim Bibelfenster unbiblisch zu …

Einerseits –

Denn der Bezugstext stammt nicht aus der Bibel, sondern aus dem diesjährigen Online-Adventskalender des Bistums, der kuriose Fakten rund um Glauben und Advent präsentiert (so können Sie den WhatsApp-Kalender beziehen).

Andererseits –

Die Vorstellung, dass Josef den neugeborenen Jesus nicht bloß in der Krippe liegen lassen kann und ihm deshalb aus seiner eigenen Kleidung Windel und schützende Kleidung herstellt, reiht sich ein in biblische Tradition. Hier ist umgesetzt, was bspw. im Matthäusevangelium im sog. Gleichnis vom Gericht des Menschensohnes über die Völker (Mt 25,31-46) als Kriterium benannt wird, um das Reich Gottes zu erben: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Mt. 25,40b) Nämlich: „ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben“ (Mt 25,36a).

Das Bibelfenster

Hier kommentieren jede Woche Menschen aus dem Bistum Osnabrück eine Bibelstelle aus einer der aktuellen Sonntagslesungen – pointiert, modern und vor allem ganz persönlich.

Haben Sie eine Frage? Oder eine ganz andere Idee zum Thema?

Dann schreiben Sie uns!
An bibelfenster@bistum-os.de

Nun, okay, Josef musste nicht einmal den Umweg über „einen meiner geringsten Brüder“ nehmen, da er ja direkt an Jesus handeln konnte. Und dennoch spiegelt diese außerbiblische Ergänzung zur biblischen Geburtserzählung wider, wie nachfolgende Generationen würden reagieren wollen: schützend, sorgend, selbstlos.

Dass solches eigentlich selbstverständliche Handeln doch nicht so selbstverständlich ist, merken wir spätestens dann, wenn die Nachrichten bspw. darüber berichten, dass Kinder in ihrer eigenen Familie manchmal nicht sicher sind.

Diese kuriose Ergänzung zur Geburtserzählung kann uns daran erinnern, dass auch wir – ganz einfach – nur mit dem, was uns zur Verfügung steht, Not lindern und so mehr Menschlichkeit in die Welt bringen können.

Mach’s wie Josef – hilf, wo du kannst!

Inga Schmitt, Pastoralreferentin

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