Christliche Werte – zum Wohl der Kinder

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In diesen Tagen und Wochen sind viele Kinder und Jugendliche in Ferienfreizeiten und Zeltlagern unterwegs. Die Eltern vertrauen ihre Kinder den verantwortlichen Leitungsteams von Jugendlichen und Erwachsenen an. Aus den vergangenen Jahren wissen wir noch deutlicher als früher, welch große Verantwortung Ehren- und Hauptamtliche in der Jugendpastoral haben. Es geht um Nähe und Distanz, Eigenverantwortlichkeit und soziale Mitverantwortung, um Zusammenleben, um Schwächen und Stärken.

Hubertus Lutterbach hat 2010, dem Jahr des veröffentlichten Missbrauchsskandals in der Kirche, ein Buch herausgebracht mit dem Titel „Kinder und Christentum. Kulturgeschichtliche Perspektiven auf Schutz, Bildung und Partizipation von Kindern zwischen Antike und Gegenwart“. Professor Lutterbach legt dar, was das Christentum zum Schutz des Kindeswohls alles beigetragen hat: Ein (extremes) Beispiel ist, dass „unter christlichem Einfluss der Kindstötung ein Ende bereitet wurde. Das Tötungsverbot von Kindern wurde über anderthalb Jahrtausende hinweg nicht mehr grundsätzlich in Frage gestellt, bis das Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten diese Errungenschaft massiv auszuhöhlen begann.“

In den großen Behinderteneinrichtungen wie dem Lukasheim in Papenburg, dem Christophorus-Werk in Lingen, dem Vitus-Werk in Meppen und der Heilpädagogischen Hilfe in Osnabrück und Bersenbrück wird seit vielen Jahrzehnten großartige Arbeit mit Kindern und Jugendlichen geleistet. Der Impuls kommt wahrlich nicht zuletzt aus dem christlichen Glauben. Christen haben sich für die Gründung dieser Einrichtungen stark gemacht. Oder die Don Bosco Jugendhilfe in Osnabrück. Sie feiert jetzt 100-jähirges Bestehen. Auch Don Bosco ist ohne das Evangelium nicht zu verstehen.

Über den Autor

Theo Paul ist Generalvikar und damit Stellvertreter des Bischofs und Leiter der Verwaltung des Bistums. In seinen Blogbeiträgen greift er gerne aktuelle Themen auf.

Hubertus Lutterbach verweist weiter auf die Entstehung von Blindenschulen, das Schulwesen überhaupt, die Abtreibungsfrage, die Ächtung von Kinderarbeit, der Kindertagesstätten, den Kampf gegen sexualisierte Gewalt in der Kirche. „Insgesamt ist zu bilanzieren, dass die historisch fundierten Initiativen von Christen und Kirchen zugunsten von Kinderschutz und Kinderförderung – bewusst oder unbewusst – in die UN-Kinderrechtskonvention eingegangen sind.“

Aus all dem leitet Lutterbach aber auch einen Anspruch ab: „Wenn Christen und Kirchen zukünftig zu den Initiativspitzen im Rahmen der Humanisierung von Gesellschaften und Kulturen gehören wollen, kommt es für sie auch darauf an, im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention die Partizipationsrechte der Kinder zu stärken, ja als global wirksames und traditionsreiches Netzwerk an lokal effizienten und weltweit ausgreifenden Strukturen zur Stärkung der Partizipationsrechte von Kindern mitzuwirken.“ – Manches davon beginnt in kirchlichen Ferienfreizeiten und Zeltlagern.

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