Ein hörendes Herz

Herzlampe
Bild: unsplash.com, DESIGNECOLOGIST

Und Sálomo sprach: Herr, mein Gott, du hast deinen Knecht anstelle meines Vaters David zum König gemacht. Doch ich bin noch sehr jung und weiß nicht aus noch ein. Dein Knecht steht aber mitten in deinem Volk, das du erwählt hast: einem großen Volk, das man wegen seiner Menge nicht zählen und nicht schätzen kann. Verleih daher deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht!

1. Buch der Könige 3,7-9

Nicht alles wissen. Nicht immer recht haben.
Sondern hören.
Nicht Macht. Nicht Erfolg. Nicht Reichtum.
Salomo bittet um etwas anderes.
„Verleih daher deinem Knecht ein hörendes Herz.“
Er weiß:
Ein hörendes Herz kann man sich nicht selbst geben.
Man kann es nur erbitten.

Portraitbild in rund von Matthias Hartl
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Eine erstaunliche Bitte.
Ein König, der nicht zuerst nach Stärke fragt.
Sondern nach der Fähigkeit, zuzuhören.
Gott gefällt diese Bitte.
Denn wer auf Gottes Wort hört, lernt auch den Menschen wahr- und ernst zu nehmen.
Wer hört, macht Platz.
Für Gott. Für den Mitmenschen. Für die Wahrheit.
Ein hörendes Herz.
Mehr als gute Ohren.
Ein Herz, das sich berühren lässt.
Das nicht vorschnell urteilt.
Ein Herz, das unterscheiden lernt.
Zwischen Gut und Böse.
Zwischen laut und wichtig.
Zwischen Recht haben und gerecht handeln.

Ist das der Anfang aller Weisheit?
Hinzuhören.
Zuerst auf Gott.
Und gerade deshalb
auf den Menschen.
Auf die leisen Töne des Lebens.
Gottes Stimme drängt sich nicht auf.
Sie wartet.
Auf ein Herz, das hören will.

Salomos Bitte wird so auch zu meiner Bitte.
Nicht: Gib mir auf alles eine Antwort.
Sondern: Schenke mir ein hörendes Herz.
Denn ein hörendes Herz ist kein Verdienst.
Es ist ein Geschenk.
Ein Herz, das versteht, ehe es urteilt.
Ein Herz, das liebt, bevor es bewertet.
Ein Herz, das hört.
Und gerade dadurch
den Menschen neben mir
und mich selbst
neu wahrnimmt.

Matthias Hartl

Wie zahlreich sind deine Werke, Herr. 

Psalm 104,24

Sonnenblume