Ein Popup-Café auf der grünen Wiese

Opoup-Cafe im Landwehrviertel Osnabrück
Es ist viel los beim Popup-Café im Landwehrviertel - Getränke gibt's vom Kaffeemobil. Bild: Kirchenbote

Sie haben eine Lücke mit Leben gefüllt: Pastoralreferent Cedrik Fritz und Pastor Matthias Groeneveld bieten schon das zweite Jahr in Folge ein Popup-Café auf der grünen Wiese an – ein ökumenisches Projekt, das Menschen zusammenbringt.

Ein neuer Stadtteil entsteht im Landwehrviertel, Osnabrücks größtem Neubaugebiet, das Platz für mehrere tausend Menschen bietet. Überwiegend junge Familien sind bereits hergezogen, teilweise von weit her. Es gibt schon einen Supermarkt, eine Turnhalle, Spielplatz, Kita und Grundschule, aber keine Kirche, kein Vereinsheim, kein gemeinsames Zentrum.

„Da muss man doch etwas machen“, dachte sich Matthias Groeneveld im Frühjahr 2024. Er ist Pastor der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde an der Nette. Das Landwehrviertel gehört zu seinem Einzugsgebiet, genau so wie in das von Pastoralreferent Cedrik Fritz, der bei der Osnabrücker Domgemeinde arbeitet. Ihnen war es wichtig, das Miteinander vor Ort zu fördern. Dafür fragten Sie die Anwohner zunächst nach ihren Wünschen. „Ein Café“, war eine der meist genannten Antworten. Also beschlossen die beiden, etwas Neues auszuprobieren. „Ich glaube, es ist jetzt auch die Zeit, als Kirche dahin zu gehen, wo die Leute sind, wo viel los ist“, sagt Fritz

Weitere Infos

Zum Glück gibt es in der Domgemeinde die Barbara-Biene. Diese zu einem Kaffeemobil umgebaute Ape steht im Landwehrviertel inzwischen regelmäßig im Mittelpunkt: Sie macht im Sommer etwa ein Mal pro Woche im Park des Viertels halt, ganz in der Nähe des Spielplatzes, und lädt ein zu Getränken und Gesprächen. „So können wir einfach da sein und den Menschen die Möglichkeit geben, sich kennenzulernen“, erklärt Pastor Matthias Groeneveld.

Dass das klappt, erzählt Kristina, die seit ein paar Monaten im Landwehrviertel wohnt und inzwischen regelmäßig im Popup-Café vorbeischaut, während ihre Tochter auf dem Spielplatz tobt: „Der Kaffee ist immer frisch und unglaublich lecker – ein echter Genuss! Noch wichtiger aber: Das Café schafft einen Platz, an dem Menschen ins Gespräch kommen und die Nachbarschaft lebendig wird!“

zwei Männer vor einem Bauwagen im Landwehrviertel
Pastor Matthias Groeneveld und Pastoralreferent Cedrik Fritz

Das sieht man auch daran, dass inzwischen begeisterte Anwohner den Strom für die Kaffeemaschine stellen, Gläser spülen oder auch mal einen Kuchen backen. Der Garten von Nachbar Jan und seiner Familie grenzt zum Beispiel direkt an den Stellplatz des Kaffeemobils. Er war von Anfang an beim Projekt dabei und ist immer noch begeistert: „Das Landwehrviertel wächst. Mir macht es richtig Spaß, dabei zu helfen, dass sich die Menschen hier beim Kaffee kennenlernen und begegnen können.“

Inzwischen hat sich das Popup-Café als Ort der Begegnung etabliert – und entwickelt sich weiter! In der Sommersaison 2025 wurde er zum einen wetterfest: Ein umgebautes Tiny House diente als Sitzgelegenheit bei Wind und Regen – mit gemütlichen Bänken und Schubladen voller Spielzeug und Keksen für die Kinder. Zum anderen ist er inzwischen auch ein bekannter Treffpunkt für andere Akteure. So bietet z.B. die Kinder-Bewegungsstadt Osnabrück (KiBS) manchmal während der Café-Zeiten Spielmöglichkeiten an. Auch Familienbegleiter der Stadt oder ein Streetworker schauen öfter vorbei.

Hintergrund

Im Rahmen des Transformationsprozesses im Bistum Osnabrück werden innovative Projekte gefördert. Weitere Infos dazu gibt es hier.

Ab Oktober geht das Popup-Café zwar in die Winterpause, aber trotzdem soll es gemeinsam mit den Beteiligten und der Kita wie im vergangenen Jahr wieder einen eigenen Laternenumzug fürs Viertel geben. Mit der Stadtteil-Initiative „Wir in Atter“ organisieren die Seelsorger immer wieder Aktionen, beispielsweise gemütliche Abende in der Nachbarschaft mit einem lebendigen Adventskalender. Fürs nächste Jahr, wenn die Barbara-Biene aus dem Winterquartier zurückkommt, wird ein großes Fest geplant.

„Das Pop-Up Café verbindet viele spannende Aspekte: aufgeschlossen bei den Menschen zu sein, ökumenisch zu agieren, Kooperationen mit verschiedenen Vereinen und Institutionen zu suchen, als Kirche für jegliche Fragen des Lebens und des Glaubens zur Verfügung zu stehen und somit als Kirche neue Orte der Begegnung zu schaffen“, so Cedrik Fritz.

Den herrlichen Glanz deiner Hoheit und deine Wundertaten will ich besingen. 

Psalm 145,5

Polarlichter