Ein Stopp im Kleinen

zwei Kaffeetassen mit Herzkeksen auf einem Tablett
Bild: unsplash.com, Emanuela Picone

„Meine Arbeit verschluckt mich …!“, seufzt eine Bekannte, die ich mit einem Kaffeebecher in der Hand auf der Straße treffe. „Kennst du das auch? Ich erledige Mails unterwegs oder noch tief in der Nacht, ich nehme die Konflikte mit in den Schlaf und am Wochenende, ach du liebe Zeit … Daran muss ich ja auch noch denken. Und jetzt …“, sie schaut auf ihr Handy, „bin ich auch schon wieder zu spät! Mach’s gut, ein andermal länger …?“ Und weg ist sie.

Über die Autorin

Martina Kreidler-Kos ist zuständig für die Ehe- und Familienseelsorge. Natürlich liegen ihr diese Themen besonders am Herzen – aber nicht nur. Sie hat im Alltag ein wachsames Auge. Denn dort trifft sie auf große Dinge oder nur scheinbar kleine Nebensächlichkeiten.

Ich steh‘ da und denke: Wie oft rennen wir durch unser Leben und merken es nicht? Was dabei auf der Strecke bleibt: Begegnungen, die tiefer gehen, Gespräche, die irgendwen weiterbringen, Lösungen, auf die wir in Eile und Hetzte gar nicht kommen können. Mir fällt ein, dass Jesus uns das Leben in Fülle versprochen hat. Damit hat er sicher nicht nächtliche Mails oder Coffee to go gemeint. „Stopp!“ – sagt er leider nicht für mich, und „Stopp“ im ganz großen Stil ist auch eine Illusion. Aber Stopp im Kleinen geht. Jetzt! Ich schreibe ihr eine Nachricht: „Montagnachmittag Lust auf einen Kaffee in Ruhe?“

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