Eine Last, die entlastet

Zwei Backpacking Rucksäcke auf einem Berg
Bild: Canva.com

Es war zu dieser Zeit, dass Jesus Gott antwortete und bekannte: „Ich singe dir Loblieder, Gott, Vater und Mutter für mich und mächtig im Himmel und auf der Erde! Ich singe davon, dass du das vor den Weisen und Gebildeten verborgen und es für die einfachen Menschen aufgedeckt hast. Ja, mein Gott, denn so hast du es gewollt. Du hast mir alles mitgeteilt. Niemand kennt mich als dein Kind so wie du, väterlich und mütterlich. Niemand kennt dich so väterlich und mütterlich wie ich als dein Kind, und wie alle Geschwister, die ich darüber aufkläre. So kommt doch alle zu mir, die ihr euch abmüht und belastet seid: Ich will euch ausruhen lassen. Nehmt meine Last auf euch und lernt von mir: Ich brauche keine Gewalt, und mein Herz ist nicht auf Herrschaft aus. So werdet ihr für euer Leben Ruhe finden. Denn meine Weisungen unterdrücken nicht, und meine Last ist leicht.“

Matthäus 11,25-30 [Bibel in gerechter Sprache]

„So kommt doch alle zu mir, die ihr euch abmüht und belastet seid: Ich will euch ausruhen lassen.“ (Mt 11,28) – O ja, die Zeit ist reif für Urlaub! Irgendwo hinfahren, wo es ruhig ist, niemand etwas von mir will, ich nichts leisten muss. Für mich am besten ein Ort mit Meer und Strand und Sonne. In den Horizont schauen, ein Erfrischungsgetränk in der Hand, das Rauschen des Meeres im Ohr, ein Lächeln auf den Lippen. Alle Sorgen und die Erwartungen anderer für ein paar Tage abschütteln. Ich sehe es vor mir, kann es fast fühlen, während ich mir dieses Bild ausmale. Ich schließe die Augen und ein wohliger Seufzer entweicht meinen Lippen.
Die Kraft der Gedanken!

Inga Schmitt
Das Bibelfenster

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Ich nehme an, der Autor des Matthäusevangeliums hat nicht daran gedacht, als er Jesus die zitierten Worte in den Mund gelegt hat. Urlaub in unserem Sinne gab es zur Zeit Jesu nicht. Damals wie heute allerdings konnte nicht nur die Mühe um den Lebensunterhalt zur Last werden. Die Sorge um Sicherheit in ihren unterschiedlichen Formen, das Bedürfnis danach, gesehen und wertgeschätzt zu werden, beispielsweise verbinden Menschen über geografische und zeitliche Grenzen hinweg. Wie kann Jesus da helfen? Was können wir von ihm lernen?

Vielleicht bin ich naiv, jedoch denke ich: Unsere Welt sähe – im Kleinen und Großen – deutlich positiver aus, wenn es uns besser gelänge, andere einfach gut dastehen zu lassen. Ich habe den Eindruck, dass viele Konflikte aus irgendeiner Form von Neid entstehen. Jesus wird in den Evangelien als einer beschrieben, der in sich und in seiner Beziehung zu Gott ruhte. Wenn er das Verhalten anderer kritisierte, sich denen am Rand der Gesellschaft zuwandte, Menschen um sich versammelte, dann nicht um seiner selbst willen, sondern um seiner Botschaft willen, die zugleich Gottes Botschaft ist: Gott sieht jeden Menschen liebevoll an. Und am Ende wird alles gut. 

Ja, das ist wohl sehr vereinfacht zusammengefasst. Für mich bedeutet das zweierlei.
Nächstenliebe: Jeder Mensch hat Respekt verdient, einfach weil er Mensch ist. Das fordert mich hier und da heraus, manchmal sogar darin, wie ich über mich selbst denke – womit jedoch alles beginnt. Memo an mich: Gott sieht mich, Ansehen muss ich mir nicht erkämpfen.
Gottvertrauen: Ich muss die Welt nicht allein verbessern. Kann ich auch nicht. Gott tut das Seine*Ihre. Mir das ins Bewusstsein zu rufen, wenn Verzweiflung droht, macht mich handlungsfähig, so dass ich das Meine beisteuern kann. 

Liebe und vertrau in Gott! – Eine Last, die entlastet, die Seele zur Ruhe bringt und allen dient. Oder?

Inga Schmitt

Und nun, wenn man das Licht nicht sieht, ist es verdunkelt durch die Wolken, ein Wind bläst und fegt sie weg. 

Hiob 37,21

Sommer Sonne Familie Meer