Einflugverbot

Schild an einer Tür
Bild: Andrea Schwarz

Zwei aufeinanderfolgende Tagungen im Süden Deutschlands – und zwischendrin ein halber freier Tag. Und so bummelten wir ein wenig in dem kleinen Städtchen umher, und steuerten natürlich auch die Kirche an, die wunderschön inmitten eines alten Friedhofs lag.

An der Tür hing ein weißer Zettel – und neugierig-staunend las ich: „Wegen Vogeleinflug“ Bitte Kirchentüren immer geschlossen halten! Danke!“

Okay, so ein Schild hatte ich bisher auch noch nirgendwo gesehen…

Die Kirche selbst war übervoll barock ausgestattet. Wahrscheinlich künstlerisch sehr wertvoll, aber nicht so mein Geschmack. Jedenfalls erklärte sich damit auch das Schild… es sollten wohl weniger die Vögel als vielmehr die Kunstwerke geschützt werden. Naja, kann man ja auch verstehen…

Trotzdem kam ich ins Nachdenken.

Über die Autorin

Andrea Schwarz ist Schriftstellerin und pastorale Mitarbeiterin im Bistum Osnabrück. Sie ist eine genaue und sensible Beobachterin ihrer Umwelt und der Menschen, denen sie begegnet. In ihren Texten versucht sie, Gott mitten im Alltag zu entdecken und Lust aufs Leben zu machen – nun erstmals auch in Form von Blogbeiträgen!

Ob so ein imaginäres Schild möglicherweise an manchen Kirchentüren hängt? Oder an dem einen oder anderen Gemeindehaus? Und was macht dann der Heilige Geist, der ja häufig in Form einer Taube (oder in der keltischen Spiritualität auch als Wildgans) dargestellt wird, wenn er gerne rein möchte?

Einflugverbot für den Heiligen Geist? Geschlossene Türen? Damit die alten Schätze und barocken Kunstwerke (welchen Namen sie auch immer tragen mögen) nicht beschmutzt oder gar beschädigt werden?

Und irgendwie kam mir Psalm 84 in den Sinn: Wie liebenswert ist deine Wohnung, du HERR der Heerscharen! – Auch der Sperling fand ein Haus und die Schwalbe ein Nest, wohin sie ihre Jungen gelegt hat …

 

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