In aller Kürze

Diözesanmuseum Osnabrück
Grabplastik von Bischof Konrad III im Diözesanmuseum Bild: Bistum Osnabrück

Das Bistum Osnabrück besteht seit mehr als zwölf Jahrhunderten. Die Anfänge liegen im Jahre 780, als Kaiser Karl der Große in Osnabrück eine Missionsstation errichtete. Seit 777 teilte der Kaiser das Sachsenland in Missionsbezirke ein. 780 entstand die Missionszelle Osnabrück. Deren Leiter und erster Bischof wurde 785 der Heilige Wiho. Am heutigen Domstandort entstand eine erste Kirche. Nach dem großen Stadtbrand im Jahr 1100 entwickelte der Dom allmählich seine heutige Gestalt im spätromanischen Stil.

Der Verlauf der Reformationsgeschichte im Bistum Osnabrück wich von anderen Regionen ab. Das führte zu einem Nebeneinander evangelischer und katholischer Kirchengemeinden. Die Aufteilung der Pfarrkirchen zwischen beiden Konfessionen erfolgte 1650 in der Immerwährenden Kapitulation, als Folge einer Bestimmung aus dem westfälischen Frieden von 1648.

Bischof Wiho, Epitaph Dom Osnabrück, Bild: Bistum Osnabrück
Im Chorumgang des Osnabrücker Doms erinnert dieses Epitaph an den ersten Osnabrücker Bischof Wiho – er steht rechts zu Füßen Jesu mit dem Bischofsstab in der einen und dem Dom in der anderen Hand (Bild: Bistum Osnabrück)

1802 verleibte Georg III. von England das Fürstbistum dem Königreich Hannover ein. Eine Neuumschreibung im Jahre 1824 wies dem Bistum die westlich der Weser gelegenen Gebiete des damaligen Königreiches Hannover zu. 1858 erfolgte die endgültige Wiedereinrichtung des Bistums mit einem eigenen Bischof: Paulus Ludolf Kardinal Melchers. Ihm folgte von 1866 bis 1878 Bischof Johannes Heinrich Beckmann. Nach einer Phase der Sedisvakanz im Rahmen des Kulturkampfes wurde 1882 Bernhard Höting Bischof von Osnabrück. Ihm folgten Hubertus Voß (1899 bis 1914) und Wilhelm Berning (1914 bis 1955). Am 27. März 1957 wurde Franziskus Demann im Osnabrücker Dom zum neuen Bischof geweiht. Als er nur wenige Minuten später die wartenden Gläubigen vor dem Dom segnen wollte, erlitt er einen Herzinfarkt  und starb. Ihm folgten als Bischöfe Helmut Hermann Wittler (1957 bis 1987) und Ludwig Averkamp (1987 bis 1995).

Osnabrück als größtes Bistum in Deutschland

Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich die räumliche Gestalt des Bistums Osnabrück mehrfach. Im Jahr 1930 wurden aufgrund des Preußischen Konkordates von 1929 die sogenannten „Norddeutschen Missionen“ in das Bistum eingegliedert. Diese Gebiete bestanden aus den heutigen Bundesländern Schleswig-Holstein und Hamburg sowie Bremen, dem Mecklenburger Teil von Mecklenburg-Vorpommern und in Niedersachsen aus Schaumburg-Lippe. Letzterer Landesteil gehört seit dem Niedersächsischen Konkordat 1965 zur Diözese Hildesheim. Die Fläche des Bistums vergrößerte sich mit der Eingliederung der genannten Gebiete von rund 13.000 auf rund 46.000 Quadratkilometer. Das Bistum Osnabrück wurde damit zum flächenmäßig größten Bistum in Deutschland.

Wappen Bistum Osnabrück, Bild: Bistum Osnabrück
Das Wappen des Bistums Osnabrück zeigt ein Rad – es symbolisiert die Kirche im Lauf durch die Zeit (Bild: Bistum Osnabrück)

Durch die Gründung der DDR wurde der Kontakt zum Mecklenburger Teil erheblich erschwert. Deshalb ernannte der Papst 1973 für die Leitung und Verwaltung dieses Teils einen Apostolischen Administrator und errichtete das „Bischöfliche Amt Schwerin“. Die katholische Kirche in Mecklenburg war seitdem direkt dem Papst unterstellt, das Gebiet gehörte kirchenrechtlich aber weiterhin zum Bistum Osnabrück.
Nach dem Wegfall der Mauer und der Wiedervereinigung Deutschlands war kirchlicherseits auch die Neuordnung der Bistumsgrenzen im Osten möglich. Im Rahmen dieser Neuordnung wurde das Bistum Osnabrück Anfang 1995 mit der Gründung des Erzbistums Hamburg neu strukturiert und erhielt seine heutige Gestalt: Der nördliche Teil (Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg) wurde zum Erzbistum Hamburg, der südliche Teil (Bremen und der größte Teil Westniedersachsens) bildet das jetzige Bistum Osnabrück. Bischof Ludwig Averkamp wurde zum Erzbischof von Hamburg ernannt. Franz-Josef Bode wurde Bischof von Osnabrück und ist es noch heute.

Das Bistum ist heute in zehn Dekanate unterteilt, in denen auf einer Fläche von rund 12.500 Quadratkilometern rund 563.000 Katholiken leben. Im Rahmen des „Perspektivplans 2017“ wurden die früher über 250 einzelnen Kirchengemeinden des Bistums zu 72 größeren Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften zusammengeführt.