Gespräch mit Gott

Frau sitzt vor dem Fenster mit einer Tasse Kaffee
Bild: AdobeStock, Antonioguillem

Schwestern und Brüder! Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott! Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in Christus Jesus bewahren. Im Übrigen, Brüder und Schwestern: Was immer wahrhaft, edel, recht, was lauter, liebenswert, ansprechend ist, was Tugend heißt und lobenswert ist, darauf seid bedacht! Und was ihr gelernt und angenommen, gehört und an mir gesehen habt, das tut! Und der Gott des Friedens wird mit euch sein.

Philipper 4,6-9

Manchmal fragen mich Menschen: Eva, wie betest du eigentlich? Also, wie fängst du an? Wie weißt du, welche Worte du finden musst?

Ganz ehrlich: Früher hab ich mir richtig viele Gedanken gemacht. Mich gefragt, ob ich das so oder so eigentlich sagen kann, ob ich frei beten darf? Wie Gott damit wohl umgeht? Heute weiß ich: Vor Gott darf ich mein Herz ausschütten. Gebet kann etwas sehr Persönliches und auch Intimes sein und zugleich auch Gemeinschaft stiften. Wenn ich alleine zu Hause bete, tue ich das meistens anders, als mit einer Gruppe. Und doch gibt es Elemente, die beide Formen verbinden.

Das Bibelfenster

Hier kommentieren jede Woche Menschen aus dem Bistum Osnabrück eine Bibelstelle aus einer der aktuellen Sonntagslesungen – pointiert, modern und vor allem ganz persönlich.

Haben Sie eine Frage? Eine ganz andere Idee zum Thema? Oder möchten das Bibelfenster als kostenlosen Newsletter abonnieren?

Dann schreiben Sie uns!
An bibelfenster@bistum-os.de

Hier meine persönliche, schlichte Gebetspraxis für dich:
Such dir einen Ort, wo du gut sein kannst – vielleicht zu Hause, in der Natur oder auch in einer Kapelle oder Kirche. Lass diesen Ort erst einmal kurz auf dich wirken und spüre in dich hinein. Atme ein paar Mal tief durch.
Du kannst nun eine bestimmte Körperhaltung einnehmen – zum Beispiel deine Hände öffnen oder falten, du kannst stehen, sitzen oder knien, deine Augen öffnen oder schließen.
Zu Beginn deines persönlichen Gebetes kannst du nun erst einmal Gott ansprechen. Vielleicht mit dem Namen „Gott“ oder auch „Du“, andere nutzen auch „Herr“ oder „Vater“. Hier kannst du frei wählen und schauen, was sich gut für dich anfühlt. Du kannst dein Gebet laut oder leise aussprechen, aufschreiben oder auch einfach in Gedanken durchgehen.
Dann kannst du deine „Lage“ beschreiben. Du kannst Gott erzählen, wo du gerade sitzt oder stehst und wie es dir geht. Das kann, wie Paulus das beschreibt, mit einer Bitte verbunden sein oder auch mit einem Dank. Nehmen wir in unseren Worten eine wohlwollende und liebenswerte Haltung ein, kann das unser Denken und Handeln schon verändern. Blicken wir also nicht nur auf das, was gerade schlecht läuft, sondern betonen im Gebet auch die guten Dinge und schöne Begegnungen.
Abschließen kannst du dein Gebet dann zum Beispiel mit einem Kreuzzeichen und einem schlichten „Amen“.

Ein solches Gespräch mit Gott, in dem Dank und Sorgen ihren Platz haben, kann unseren Glauben und unser Leben positiv beeinflussen. Es kann uns einen Teil unserer Nöte und Ängste nehmen, denn durch das Gebet stärken wir unsere Hoffnung und das Vertrauen auf Gott. Dabei ist das Gebet natürlich viel mehr, als eine Methode zur Stressbewältigung. Aber es hilft uns, Sorgen auszusprechen, sie nicht alleine zu tragen und neue Kraft und Vertrauen zu finden und unsere Aufmerksamkeit gezielter zu steuern.
Im Gebet kann sich ein Friede in uns ausbreiten, der alles Verstehen übersteigt (vgl. Phil 4,7). „Und er halte unseren Verstand wach und unsere Hoffnung groß“ – so heißt es auch im Lied „Keinen Tag soll es geben“ (GL 842).

So möchte ich ganz im Sinne des Paulusbriefes noch einmal betonen: „Schwestern und Brüder! Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott!“

Eva Gutschner

Halleluja! Dankt dem Herrn, denn er ist gut, denn seine Huld währt ewig.

Psalm 106,1