Heilige und Bauernregeln
Was hat Mariä Himmelfahrt mit der Obsternte zu tun? Wann fallen die meisten Sternschnuppen? Und gibt es dieses Jahr eigentlich einen goldenen Herbst? Hinweise zu diesen und weiteren Fragen finden sich in bekannten und weniger bekannten Bauernregeln, die hier mit einem Augenzwinkern auf den Prüfstand gestellt werden.
Sommer, Zeit des Wachstums und der Fülle. Damit die Ernte erfolgreich wird, ist das Wetter entscheidend – und eine gute Planung. Das war schon immer so, auch als es noch kein Regenradar und Wetterprognosen per App gab. Früher mussten man sich in der Landwirtschaft auf Erfahrungen und Beobachtungen aus vergangenen Jahren verlassen, um die Arbeit auf dem Feld richtig zu planen. Der Heiligenkalender war dafür eine gute Eselsbrücke: Da er den Jahresrhythmus der Menschen stark prägte, wurden meteorologische Beobachtungen oft mit den Namenstagen der Heiligen verknüpft. So entstanden die Bauernregeln.
Weitere Infos
Anlässlich des Bundestreffens der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) feiert Bischof Dominicus am Sonntag, 9. August, um 11 Uhr einen Gottesdienst am Dorfteich in Vrees. Die Feier ist öffentlich. Das Bundestreffen findet vom Donnerstag, 6. bis Sonntag, 9. August in Vrees statt. Mehr dazu erfahren Sie hier beim Kirchenboten und auf dem Instagram-Kanal @kljb_bundestreffen2026
Auch wenn solche Bauernregeln heute nur selten im klassischen Sprachgebrauch genutzt werden, können sie immer noch wertvoll sein: Weil sie dabei helfen, die Veränderungen der Natur und des Wetters innerhalb des Jahres bewusster wahrzunehmen und sich daran zu erinnern, dass alles ein Teil von Gottes Schöpfung ist.
Einige Regeln für den Rest des Sommers gibt es unten auf dieser Seite. Vorab kommen jedoch Hanna Koop und Nina Holtmeier zu Wort. Beide sind Mitglied in der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) und dort im Arbeitskreis Agrar des KLJB-Diözesanverbands aktiv. Das Video wurde auf dem Biohof Holtmeier in Grafeld gedreht, den Nina zusammen mit ihren Eltern und ihrem Lebensgefährten bewirtschaftet. Im Video reagieren Hanna und Nina auf Bauernregeln, die sie vorher noch nicht kannten – und Nina stellt ein paar besondere Mitarbeiterinnen auf ihrem Hof vor …
Weiter geht’s: Hier finden Sie Bauernregeln für die nächsten Tage und Wochen:
Laurentius heiter und gut, einen schönen Herbst verheißen tut.
Am 10. August ist der Gedenktag von Laurentius. Er gilt als „Sommer-Heiliger“. Um seinen Tag herum leuchten oft Sternschnuppen am Himmel, die sogenannten „Laurentiustränen“. Die Bauernregel gibt eine Vorahnung auf die kommende Jahreszeit. Ein strahlend sonniger Tag heute ist wie ein kleines Versprechen für einen goldenen, milden Herbst.
Ist Maria Himmelfahrt schön, wird man viel gutes Obst noch seh’n.
Das Hochfest Mariä Himmelfahrt am 15. August markiert die Mitte des Monats und ist einer der wichtigsten Feiertage des Sommers. Die Menschen beobachteten an diesem Tag besonders aufmerksam den Himmel, da das Wetter zu diesem Termin Aufschluss über die Güte der Obsternte geben sollte.
Gewitter um Bartholomä, bringen Hagel und Schnee.
Am „Bartheltag“, dem Gedenktag des Heiligen Bartholomäus (24. August) wird landwirtschaftlich auf einen Wendepunkt geschaut: Er setzt den Schlusspunkt unter den Hochsommer. Während viele Bauernregeln auf „schönes Wetter“ hoffen, gibt es zum Bartholomäustag auch eine deutlich warnende Stimme. Diese Regel erinnert daran, wie unberechenbar die Natur sein kann. Früher wussten die Menschen: Wenn der Sommer an diesem Tag kippt und sich entlädt, dann ist das oft ein Anzeichen für einen frühen und rauen Wetterumschwung.
Wie sich St. Ägidius verhält, so ist es den ganzen September bestellt.
Mit dem Heiligen Ägidius (1. September) beginnt der September und damit für die Landwirtschaft der Start in die Zeit der Herbstvorbereitungen. Die Menschen sahen im Wetter an diesem Tag eine Art Vorhersage für die nächsten vier Wochen, was für die Planung der Erntearbeiten von großer Bedeutung war.
Ist Matthäus hell und klar, bringt er ein gutes Wein-Jahr.
Der Gedenktag des Apostels Matthäus (21. September) markiert den Herbstanfang. Der Übergang in die kühleren und kürzeren Monate wird langsam spürbar. Die Menschen achteten hier besonders auf den Reifegrad der Trauben. Matthäus war für die Winzer ein entscheidender Zeitpunkt: War das Wetter zu diesem Termin schlecht, drohte die Ernte zu verderben oder nicht die nötige Süße zu erreichen.