Heimat finden

Bild: fotolia.de, Ivonne Leuchs

Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe – den Weg dorthin kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.“

Johannes 14, 1-7

 

In Zeiten, in denen wir Menschen begegnen, die ihre Heimat verlassen haben, auf der Flucht sind und nun bei uns Zuflucht suchen, stellt sich die Frage danach, was Heimat ist oder diese ausmacht, auch in unserem Land neu. Beispielsweise habe ich eine Plakatwerbung im Kopf, bei der Heimat als der Ort definiert wird, an dem ein Mensch Zukunft hat.

Über eine andere Heimat, nämliche eine himmlische, spricht der obige Bibeltext. „Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.“ Und Jesus versichert seinen Jüngern, dass er ihnen dort einen Platz vorbereiten und sie dorthin holen wird.

Das Bibelfenster

Hier kommentieren jede Woche Menschen aus dem Bistum Osnabrück eine Bibelstelle aus einer der aktuellen Sonntagslesungen – pointiert, modern und vor allem ganz persönlich.

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Ein Haus mit vielen Wohnungen – für mich ein wunderbares Bild dafür, was uns am Ende erwartet. Wenn ich meine irdische Heimat verlasse, werde ich beim Vater – bei Gott – Heimat finden. Das Bild dafür ein Haus: ein geschützter Raum mit viel Platz, mit unterschiedlichen Wohnungen. Mit Freiraum, in dem jeder und jede sich – so lese ich es – individuell einrichten kann. Heimat in diesem Sinne: Zukunft über den Tod hinaus.

Und davon blitzt schon mitten im Leben etwas auf, wenn ich meine Lebensweise danach ausrichte, was Jesus gesagt, wie er gelebt hat, wofür er eingestanden ist. Denn in Jesus hat Gott selbst ein Gesicht bekommen. Dann ist meine Zukunft heute und meine Heimat hier, egal was das Leben mit sich bringt. Dann kann mein Glaube sogar Berge versetzen – für mich und für andere – und mein Herz lässt sich nicht verwirren.

Die himmlische Heimat – für mich nicht Vertröstung, sondern Ansporn, weil sie schon hier und jetzt durchscheint: wo immer Menschen einander trotz Verschiedenheit mit Respekt und Hochachtung begegnen, sich für Friede und Gerechtigkeit einsetzten, Vergebung statt Vergeltung üben, über ihre Grenzen hinauswachsen, Leben in seiner Vielfalt wertschätzen, bewahren und fördern.

Und wo finden oder wem bieten Sie Heimat?

Inga Schmitt, Pastoralreferentin